Sachsens Arbeitsgerichte haben wieder mehr Arbeit

Leipzig - Da wird wohl mehr gestritten! Das Arbeitsgericht Leipzig hat 2023 mehr Verfahrenseingänge verzeichnet als noch ein Jahr zuvor. Nur gut, dass die Richter kurzen Prozess machen.

Einen erheblichen Teil der im letzten Jahr neu eingegangenen Klagen haben die Richter bereits erledigt.
Einen erheblichen Teil der im letzten Jahr neu eingegangenen Klagen haben die Richter bereits erledigt.  © dpa/Christian Charisius

Insgesamt seien im vorigen Jahr 3611 Streitfälle eingegangen, so Richter Frank Liedtke (60) vom Arbeitsgericht Leipzig in seiner Jahresbilanz 2023.

Danach entfielen 3525 Fälle auf sogenannte Urteilsverfahren. Also Fälle des Individualarbeitsrechts, wenn etwa ein Arbeitnehmer gegen seine Entlassung klagt.

Die 87 Beschlussverfahren betreffen Streitfälle des Kollektivarbeitsrechts und damit Angelegenheiten zwischen Arbeitgeber und Gewerkschaften oder Betriebsräten. Das seien insgesamt 14 Prozent mehr Fälle als noch ein Jahr zuvor.

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Rund 65 Prozent der Urteilsverfahren (2178 Fälle) endeten durch einen Vergleich, 234 Verfahren wurden ausgeurteilt (streitiges Urteil).

Bei den Beschlussverfahren liegt die Quote der streitigen Entscheidungen deutlich höher, nämlich bei rund 30 Prozent (26 Fälle). In diesem Bereich sei eine Einigung oft schwierig, erklärte Liedtke.

Obwohl mehr Verfahren am Arbeitsgericht Leipzig eingegangen sind, ist die Verfahrensdauer vergleichsweise kurz.
Obwohl mehr Verfahren am Arbeitsgericht Leipzig eingegangen sind, ist die Verfahrensdauer vergleichsweise kurz.  © imago/Star-Media

Die Verfahrensdauer war mit 3,2 Monaten bei Urteils- und 3,5 Monaten bei Beschlussverfahren vergleichsweise kurz, heißt es in der Bilanz. So schafften die Richter 3445 Verfahren und nahmen nur 1360 Verfahren mit ins neue Jahr.

Titelfoto: Bildmontage:dpa/Christian Charisius; IMAGO/STAR-MEDIA

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