Rulantica-Prozess: 31-Jähriger muss nach Kindesmissbrauch mehrere Jahre hinter Gitter

Von Martin Oversohl

Freiburg/Rust - Der Fall hatte für bundesweites Aufsehen gesorgt: Nach dem Weglocken und sexuellen Missbrauch eines Mädchens aus dem südbadischen Erlebnisbad Rulantica ist ein Mann vom Landgericht in Freiburg zu vier Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden.

Das Urteil ist am Mittwoch gefallen, ist aber noch nicht rechtskräftig.  © Martin Oversohl/dpa

Er hatte das damals sechs Jahre alte Kind nach eigenen Angaben im Sommer 2025 aus dem Bad des Europa-Parks in Rust gelockt und missbraucht. Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Kammer hatten sich schon auf einen Korridor für den Strafrahmen von bis zu vier Jahren und neun Monaten verständigt.

Der 31-Jährige soll das Mädchen im Bad angesprochen und ihm Hilfe angeboten haben. Dann führte er das Kind laut Gericht aus dem Bad und in ein nahes Maisfeld, um es zu missbrauchen. Als es sich dort immer wieder wehrte, warf der Mann das Kind in ein Gebüsch an einer Straße und ließ es allein zurück.

Erst Stunden später wurde das Mädchen mehrere Kilometer vom Bad entfernt entdeckt - verletzt, verängstigt und nur mit Bikini und Badeschlappen bekleidet. Dem Angeklagten wurde unter anderem sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen.

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Vor dem Landgericht hatte der Rumäne zum Prozessauftakt die Vorwürfe eingeräumt. "Ich bereue sehr, dass das geschehen ist. Ich kann mir auch nicht erklären, wie es dazu kommen konnte", hatte er über seinen Anwalt erklären lassen.

Nach dem Missbrauch war der Mann untergetaucht und eine Woche später in seiner osteuropäischen Heimat festgenommen worden. Beamte identifizierten ihn anhand von Zeugen und Videoaufnahmen, die der Europa-Park als Betreiber von Rulantica zur Verfügung gestellt hatte.

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Was der Europa-Park geändert hat

Der Europa-Park reagierte mit weiteren Sicherheitsvorkehrungen.  © Philipp von Ditfurth/dpa

Im Prozessverlauf hatte der Vater des Mädchens den Park wiederholt scharf kritisiert. Gleich mehrfach hätten sich die Eltern nach dem Verschwinden ihrer jungen Tochter an jenem Augustabend an das Personal des Bades gewandt und erfolglos um Hilfe gebeten, sagte der Vater im Prozess aus.

Auf die Bitte, die Polizei zu rufen, habe er die Antwort bekommen: "Das können Sie selbst machen." Auch die Security und die Kasse am Ausgang wurden nach Aussage der Eltern nicht alarmiert.

Der Europa-Park teilte bislang auf Anfrage mit, man äußere sich nicht zu laufenden Gerichtsverfahren. Nach der Tat seien die Sicherheitsvorkehrungen verschärft worden. Unter anderem werden Eltern nun stärker sensibilisiert, sie können zudem ein Armband mit ihrer Telefonnummer für ihre Kinder bekommen.

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Laut Europa-Park wurden auch die Kontrollen beim Ein- und Auslass erweitert. Ein Armband soll in Rulantica Eintritt und Austritt ermöglichen, das Schließfach kann damit genutzt und bargeldlos bezahlt werden.

"Optional lassen sich nun mehrere Armbänder im Familienverbund koppeln, sodass der Auslass für Minderjährige nur möglich ist, wenn zuvor ein Erwachsener aus derselben Buchung das Drehkreuz passiert hat", sagte ein Sprecher.

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