14-Jähriger im Allgäu getötet: Polizei gibt neue Details zu Verdächtigem bekannt

Memmingen - In einem verlassenen Haus in Memmingen (Bayern) entdeckte die Polizei am Montag die Leiche eines vermissten 14-Jährigen. Der mutmaßliche Täter ist mittlerweile ebenfalls gestorben.

Die Polizei sperrte den Bereich, an dem der mutmaßliche Täter (†37) erschossen wurde.  © Fritz Pavlon / EinsatzReport24

Nach dem Fund der Leiche des Jugendlichen erlag der 37-jährige Verdächtige nach Polizeischüssen seinen Verletzungen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag mit.

Er war der Justiz bereits bekannt und war zweimal rechtskräftig zu Geldstrafen verurteilt worden, einmal wegen Sachbeschädigung im Jahr 2021 und wegen unerlaubten Aufenthalts ohne Pass im Jahr 2026, erklärte die Staatsanwaltschaft Memmingen.

Er war ein abgelehnter Asylbewerber, der aber aufgrund ungeklärter Identität geduldet war, teilte die Regierung von Schwaben mit.

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Ersten Ermittlungen zufolge wurde er im von Israel besetzten Westjordanland geboren. Seine Nationalität sei noch unklar, so eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Er hatte sich am Montag in dem Haus in der Freudenthalstraße in einem Schrank versteckt. Als die Beamten das Gebäude auf der Suche nach dem Jugendlichen betraten, griff der Mann die Polizisten mit einem Messer an und floh.

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Leiche von 14-Jährigem in verlassenem Haus in Memmingen entdeckt: Polizei bestätigt Gewalteinwirkung

In diesem leer stehenden Gebäude in Memmingen wurde der 14-Jährige tot aufgefunden.  © Fritz Pavlon / EinsatzReport24

Am Abend wurde er von zivilen Beamten auf der Treppe vor dem örtlichen Hallenbad entdeckt. Da versuchte er wieder zu fliehen. Als sich die Beamten als Polizisten zu erkennen gaben, habe sich der 37-Jährige abrupt umgedreht und sei mit einem Messer auf die Beamten zugegangen.

Auf lautstarke Forderungen, die Waffe fallenzulassen, reagierte der Mann nicht. Die Polizei feuerte mehrere Schüsse ab, trotzdem ließ der Mann das Messer nicht los. Erst ein Beamter mit einem Schutzschild habe den 37-Jährigen entwaffnen können.

Der 37-Jährige wurde medizinisch behandelt und sei dann im Krankenhaus gestorben. Inwiefern er etwas mit dem Tod des 14-Jährigen zu tun hat, ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Eine Obduktion der Leiche des Jugendlichen habe eine Gewalteinwirkung bestätigt, teilten die Ermittler mit. Er galt seit Samstagabend als vermisst.

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Bei der Suche nach ihm war auch ein Hubschrauber beteiligt. Sei Leichnam wurde schließlich in dem Haus in der Freudenthalstraße entdeckt.

Oberbürgermeister von Memmingen bestürzt über Vorfälle

Memmingens Oberbürgermeister, Jan Rothenbacher (SPD) reagierte bestürzt auf die Ereignisse: "Meine Gedanken sind bei der Familie des Jugendlichen, und ich wünsche viel Kraft in dieser schweren Zeit. Wir sind mit der Familie in Kontakt." Er sei unfassbar, was in den vergangenen Tagen in der Stadt passiert ist, so der Rathauschef.

Die Anteilnahme in der Bevölkerung sei groß. Wer Fragen oder Gesprächsbedarf hat, könne sich an die Erziehungsberatungsstelle der Stadt wenden.

Erstmeldung: 11.25 Uhr, Update: 17.28 Uhr.

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