15-Jährige wurde vergewaltigt und ermordet: Nach über 36 Jahren schnappt Polizei Tatverdächtigen

Darmstadt - Über rund 36 Jahre hinweg blieb der Fall der ermordeten 15-jährigen Jutta Hoffmann ungelöst - doch nun steht der "Cold Case" vor der Aufklärung: Ein 61 Jahre alter Mann gilt als dringend tatverdächtig, ein Richter verhängte Untersuchungshaft.

Die 15-jährige Jutta Hoffmann wurde im Juni 1986 in einem Waldstück bei Lindenfels in Südhessen ermordet. Seitdem sucht die Polizei nach dem Täter.
Die 15-jährige Jutta Hoffmann wurde im Juni 1986 in einem Waldstück bei Lindenfels in Südhessen ermordet. Seitdem sucht die Polizei nach dem Täter.  © Montage: LKA Wiesbaden

Der grausame Mord, der mit einer Vergewaltigung einherging, ereignete sich am 29. Juni 1986 in einem Waldstück unweit des Elternhauses der 15-Jährigen in der hessischen Odenwald-Stadt Lindenfels. Jutta hatte zuvor das örtliche Freibad besucht und war auf dem Heimweg, als sie ihrem Mörder begegnete.

Erst vor rund einer Woche wurde der Mordfall in der bekannten ZDF-Kriminalsendung "Aktenzeichen XY... Ungelöst" thematisiert.

Am heutigen Donnerstag teilten die Polizei in Südhessen, das Hessische Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Darmstadt ihren Ermittlungserfolg gemeinsam mit.

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Demnach führte die Analyse alter Spurenträger zu einer DNA, die eindeutig einem heute 61 Jahre alten Mann zugeordnet werden konnte. Weitere Ermittlungen erhärteten den Tatverdacht derart, dass ein Haftbefehl gegen den Beschuldigten erwirkt wurde.

Der 61-Jährige sei schon mehrfach wegen Sexualdelikten und anderer Straftaten verurteilt worden, auch im Jahr 1986. Als die Ermittler wegen des Mordfalls Jutta Hoffmann auf den Mann aufmerksam wurden, befand dieser sich "im sogenannten Maßregelvollzug in einem psychiatrischen Krankenhaus in Norddeutschland", wie ein Sprecher erklärte.

Der Verdächtige sei am heutigen Donnerstag einem Ermittlungsrichter in Darmstadt vorgeführt worden, welcher Untersuchungshaft gegen den Mann verhängt habe.

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"Nach der Verkündung des Haftbefehls wurde der Beschuldigte zunächst wieder in die geschlossene psychiatrische Einrichtung zurückgebracht", fügte der Sprecher hinzu.

Weitere Auskünfte könnten aufgrund der andauernden Ermittlungen nicht erteilt werden, hieß es noch.

Damit bleibt zunächst unklar, ob der 61-Jährige mit einem Jugendzeltlager der Freiwilligen Feuerwehren aus dem Odenwald in Verbindung stand, dass am Tag des Mordes endete und in der Nähe des Freibades veranstaltet wurde, welches die 15-Jährige vor ihrer Ermordung besuchte.

Titelfoto: Montage: LKA Wiesbaden

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