Marlis S. (†61) brutal ermordet: Können tausende DNA-Tests helfen?

Von Daniel Josling

Tangermünde - Knapp zwei Jahre nach dem gewaltsamen Tod einer 61-jährigen Frau hat in Tangermünde (Landkreis Stendal) eine groß angelegte DNA-Reihenuntersuchung begonnen.

Die Polizei führt nach dem Mord an einer Frau aus Tangermünde tausende DNA-Tests durch.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Seit Freitag werden Männer aus der Region getestet, die Teilnahme an den Tests ist freiwillig. Die Maßnahme laufe bis Sonntag, sagte Polizeisprecherin Juliane Jokmin vor Ort. 

Hintergrund ist das Tötungsdelikt an der 61-Jährigen, die im Juni 2024 tot in ihrem Wohnhaus gefunden worden war. Der Täter ist bislang unbekannt. Am Tatort konnten Ermittler eine DNA-Spur einer männlichen Person sichern, die bislang keiner Person zugeordnet werden konnte.

Die Polizeiinspektion Stendal führt die DNA-Reihenuntersuchung nach Polizeiangaben über drei Tage hinweg in Tangermünde durch.

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Zu den Tests geladen sind rund 1800 Männer im Alter zwischen 17 und 75 Jahren, die sich zur Tatzeit in Tangermünde oder Umgebung aufgehalten haben. Gegen sie besteht kein konkreter Tatverdacht. Ziel der Maßnahme ist es, den Täter im Ausschlussverfahren zu ermitteln.

Die Ermittlungen gestalteten sich laut der Polizeisprecherin schwierig, da die Frau zurückgezogen lebte und nur wenige soziale Kontakte hatte.

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DNA-Tests zu toter Frau: Ergebnisse erst in Wochen erwartet

Marlis S. (61) wurde am 9. Juni 2024 getötet.  © Bildmontage: Polizeiinspektion Stendal

Die DNA-Reihenuntersuchung wurde angeordnet, weil die gesicherte Spur nicht in der DNA-Analyse-Datei enthalten war.

Die Proben werden per Abstrich aus der Mundschleimhaut entnommen, anonymisiert untersucht und ausschließlich mit der Tatortspur abgeglichen. Bei einem negativen Ergebnis werden sie den Angaben zufolge umgehend vernichtet und nicht für andere Verfahren gespeichert.

"Wir hoffen natürlich, dass der Täter unter diesen geladenen Personen ist, aber auch ein negatives Ergebnis ist ein Ergebnis und führt dann wiederum zu weiteren Ermittlungsschritten", sagte Jokmin. 

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Mit ersten Ergebnissen ist erst in einigen Wochen zu rechnen. Das Institut für Rechtsmedizin benötige circa vier bis sechs Wochen, um alle Proben auszuwerten, hieß es. 

Vor Ort zeigten sich die Teilnehmer überwiegend kooperativ und zur Mitwirkung bereit. Viele gaben an, mit ihrer Teilnahme zur Aufklärung der Tat beitragen zu wollen und bezeichneten die Unterstützung der Ermittlungen als selbstverständlich.

Auch ohne persönlichen Bezug zur Getöteten sei die Motivation groß. "Verbrecher gehören hinter Gitter", sagte ein Teilnehmer.

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