Mord auf Hochzeit: Vater gab Todesschützen das Signal, Brüder sicherten mit Messern

Von Irena Güttel

Nürnberg/Fürth - Wegen der tödlichen Schüsse auf einer Hochzeit wurde ein junger Mann bereits wegen Mordes verurteilt. Jetzt beginnt der Prozess gegen seinen Vater und seine Brüder. Was steckt hinter der Bluttat?

Blick in den Saal, in dem die tödlichen Schüsse fielen. (Archiv)  © DPA

Hunderte Gäste feiern ausgelassen eine Hochzeit, doch dann fallen Schüsse. Ein 47-Jähriger sinkt tödlich getroffen zu Boden. Nun geht mit einem weiteren Prozess am Landgericht in Nürnberg die Aufarbeitung des aufsehenerregenden Mordfalls weiter.

Angeklagt sind ein 55-jähriger in Frankreich lebender Rumäne und seine beiden Söhne wegen gemeinschaftlichen Mordes.

Bei ihnen handelt es sich um den Vater und die beiden Brüder des Todesschützen, der ebenfalls Franzose ist. Das Landgericht hatte den 27-Jährigen Mitte März wegen Mordes am Vater seiner früheren Lebensgefährtin auf dem Fest in Fürth verurteilt.

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Dieser hatte die Tat vor Gericht eingeräumt. Das Urteil ist jedoch nicht rechtskräftig, da die Verteidigung Revision eingelegt hatte.

Den Ermittlungen zufolge hatten der Vater und seine Söhne die Bluttat zusammen geplant und ausgeführt. Das Motiv war demnach ein erbitterter Streit zwischen den beiden Familien, nachdem sich die junge Frau von dem heute 27-Jährigen getrennt hatte und nach Deutschland zurückgekehrt war.

Dabei sei es um verletzte Familienehre und Unterhaltungszahlungen für die zwei Kinder gegangen, hatte die Kammer im ersten Prozess festgestellt.

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Der Todesschütze wurde bereits verurteilt.  © Daniel Karmann/dpa

Mord auf Hochzeitsfeier in Fürth: Flucht zurück nach Frankreich

Polizeiautos stehen vor der Eventlocation in Fürth, wo sich die Bluttat ereignet hat. (Archiv)  © DPA

Ein nicht-staatliches Roma-Gericht in Frankreich hatte demnach festgelegt, dass die Familie der Frau 40.000 Euro zahlen sollte. Doch diese weigerte sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft.

Per Telefon und via Facebook soll die Familie der Angeklagten daraufhin wiederholt die andere Familie bedroht und schließlich entschieden haben, den 47-Jährigen zu töten.

Mit zwei Autos sollen die drei Angeklagten und der spätere Schütze im vergangenen März von Frankreich nach Fürth zu der Hochzeitsfeier gefahren sein. Gemeinsam sollen sie den Festsaal betreten haben.

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Auf ein Kopfnicken des Vaters soll der heute 27-Jährige auf das Opfer gefeuert haben. Danach sollen die Brüder mit einem Messer seinen Rückzug aus der Halle abgesichert haben.

Alle flohen demnach zurück nach Frankreich, wo sich der Schütze noch in der Nacht der Polizei stellte. Sein Vater und seine Brüder wurden einige Monate später festgenommen.

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