Neue Details zu Schüssen auf Taxi: Klinik von Polizei "umschanzt", um Opfer zu schützen
Düsseldorf - Vor wenigen Tagen wurde Çağdaş B. (40) bei einem Mordanschlag in Düsseldorf schwer verletzt. Aktuell liegt der Influencer im Krankenhaus - und wird dort von der Polizei bewacht.
Kurz vor dem Jahreswechsel kam es in der NRW-Landeshauptstadt zu dramatischen Szenen. Unbekannte Täter schossen auf ein Taxi, in dem Çağdaş auf dem Beifahrersitz saß. Es soll sich um einen Mordanschlag gehandelt haben.
Staatsanwalt Murat Ayilmaz erklärte gegenüber der "Rheinischen Post", dass sich der 40-Jährige inzwischen auf dem Weg der Besserung befinde. Lebensgefahr bestehe keine mehr. Auch zur Tat selbst gibt es neue Details.
Insgesamt neunmal sollen die Attentäter auf das Taxi geschossen haben. Nach bisherigem Stand der Ermittlungen sei Çağdaş dabei von fünf Kugeln getroffen worden, wie Ayilmaz mitteilte. Das Opfer werde sich höchstwahrscheinlich von den Verletzungen erholen.
Wie das Blatt weiter berichtet, werde die Internet-Bekanntheit in der Düsseldorfer Klinik zu ihrer eigenen Sicherheit derzeit streng bewacht. Die Polizei sei rund um die Uhr vor Ort. Aus Kreisen der medizinischen Einrichtung heißt es gar, das Gebäude sei "umschanzt".
Spur führt ins Drogen- und Clanmilieu
Bereits kurz nach der Tat wurden erste Details zur Identität des Opfers und den möglichen Hintergründen publik. Demnach ist Çağdaş der Neffe von Hüseyin Baybaşin, der in der Vergangenheit als "Europas Pablo Escobar" bezeichnet wurde.
Der 69 Jahre alte Drogenboss sitzt in den Niederlanden im Knast und verbüßt dort eine lebenslange Haftstrafe. Die Spur des Taxi-Attentats führt also aller Wahrscheinlichkeit nach ins Drogen- und Clanmilieu.
Unmittelbar vor den Schüssen auf seinen Neffen hatte es in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt eine Kundgebung für seine Freilassung gegeben. Um 14.38 Uhr hätten die Täter dann aus einem Uber heraus auf das Taxi gefeuert.
Die Polizei geht nach wie vor von einem gezielten Mordanschlag aus und fahndet nach einem oder mehreren Schützen. Auch der Vater des Opfers soll kein Unbekannter sein. Laut "Daily Mirror" wurde er im Jahr 2006 in London zu 22 Jahren Haft verurteilt.
Titelfoto: Jan Ohmen

