Rostock - Am Mittwoch fand der vierte Verhandlungstag im Fall des getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow statt. Dabei leitete die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den bereits als Zeugen gehörten Vater wegen des Verdachts der uneidlichen Falschaussage ein. Und auch die Mutter von Fabian spielte zu Beginn des Prozesstags eine Rolle.
Wie die "Ostsee Zeitung" berichtet, soll der Vorsitzende Richter Holger Schütt direkt zu Beginn des Verhandlungstags eine Mahnung in Richtung der Mutter des Getöteten ausgesprochen haben.
Der Grund: Es habe einen Hinweis eines Privatermittlers gegeben, der kritisierte, dass Datenträger von der Mutter an eine Freundin von ihr herausgegeben wurden. Diese Datenträger dienen als Beweismittel. Die Herausgabe von Beweismitteln könne den Prozess gefährden.
"Alle Prozessbeteiligten dürfen solche Datenträger nicht an Unbefugte herausgeben", mahnte Schütt weiter. Der Privatermittler Markus Rahmsdorf (34) bestätigte auf Nachfrage von TAG24, dass er es war, der den Richter auf die vermutlich weitergegebenen Beweismittel aufmerksam machte.
Mit seinem "Verein für Vermisstensuche und Detektivarbeit" beschäftigt sich Rahmsdorf bereits seit dem Tag des Verschwindens von Fabian mit dem Fall. In letzter Zeit seien dem Privatermittler vor allem Aussagen der besagten Freundin der Mutter auf Social Media aufgefallen.
Mordfall Fabian (†8): Privatermittler fielen Verstrickungen auf
"Sie ist immer wieder auf Social Media aufgetreten und hat Videos gemacht", erklärt Rahmsdorf im Gespräch mit TAG24.
"Und wir haben die Möglichkeit, Videoanalysen zu machen und das haben wir auch gemacht." Dabei seien ihm und seinem Team immer wieder Verstrickungen aufgefallen.
So soll die Freundin der Mutter nach Angaben von Rahmsdorf offenbar häufiger das Gegenteil behauptet haben als das, was die Mutter von Fabian sagte.
"Und sie hatte schon vorab immer relativ früh Details herausgegeben zu dem Fall", so der Privatermittler über die Freundin der Mutter skeptisch.
Dementsprechend wurden Rahmsdorf und sein Team stutzig. Dem 34-Jährigen wurde klar: "Offenbar hat sie Informationen sehr wahrscheinlich über die Mutter bekommen". Daraufhin habe der Privatermittler dem Richter die Sache dargelegt.
Ob der Freundin tatsächlich Beweismittel vorliegen, welche von Fabians Mutter weitergegeben wurden, ist jedoch nicht bestätigt. Auch, ob der Hinweis des Privatermittlers nun tatsächlich Folgen für den weiteren Verlauf des Prozesses haben wird, ist nicht klar.
Nach der Mahnung des Richters zu Beginn des vierten Prozesstags wies die Nebenklagevertreterin Christine Habetha, die Anwältin von Fabians Mutter, die Vorwürfe nach Angaben der "Ostsee Zeitung" zurück. Sie betonte, dass keine Daten durch die Mutter weitergegeben und die Dateien immer in ihrem Beisein angeschaut wurden.