Run-DMC-Rapper ermordet: Jetzt beginnt endlich der Prozess!

New York - Mehr als 20 Jahre nach der Ermordung von Rap-Star Jam Master Jay (†37) von der Hip-Hop-Band Run-DMC hat der Prozess gegen den mutmaßlichen Todesschützen und einen Mitangeklagten begonnen.

Jason Mizell alias "Jam Master Jay" (r.) 1988 bei den Grammys mit seinen Bandkollegen Joseph "Run" Simmons (l.) und Darryl "DMC" McDaniels.
Jason Mizell alias "Jam Master Jay" (r.) 1988 bei den Grammys mit seinen Bandkollegen Joseph "Run" Simmons (l.) und Darryl "DMC" McDaniels.  © dpa/AP/Mark Lennihan

Die Staatsanwaltschaft warf den beiden Männern dabei am Montag vor einem Gericht im New Yorker Stadtteil Brooklyn vor, "aus Gier und Rache" gehandelt zu haben. Ihnen wird unter anderem Mord in Verbindung mit Drogengeschäften zur Last gelegt.

Der heute 40 Jahre alte Karl Jordan Jr. soll dem Rapper mit dem bürgerlichen Namen Jason Mizell am 30. Oktober 2002 in dessen Tonstudio im New Yorker Stadtteil Queens wegen eines Streits um einen Drogen-Deal in den Kopf geschossen haben.

Der Mitangeklagte Ronald Washington zwang Augenzeugen laut Anklage mit seiner Waffe, sich auf den Boden zu legen.

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Mizell, Jordan und Washington kamen alle aus der gleichen Gegend in Queens. "Er wurde in seinem eigenen Musikstudio ermordet, von Menschen, die er kannte", sagte Staatsanwältin Miranda Gonzalez.

Der Rapper war damals 37 Jahre alt und Vater von drei Kindern. Er soll zur Zeit seiner Ermordung als Mittelsmann in Drogengeschäften aufgetreten sein, um seinen Lebensstil zu finanzieren.

Anklage gegen Verdächtige wurde 2020 erhoben

An den ermordeten Jam Master Jay wird in Queens mit einem Graffiti gedacht.
An den ermordeten Jam Master Jay wird in Queens mit einem Graffiti gedacht.  © AFP/Charly Triballeau

Die Verteidiger wiesen vor Gericht die Vorwürfe gegen ihre Mandanten zurück und stellten unter anderem die Erinnerung von Zeugen an die Tat vor knapp 22 Jahren in Frage. Der Anwalt des heute 50 Jahre alten Washington, Ezra Spilke, sagte am Montag, sein Mandant sei mit Mizell befreundet und von diesem finanziell abhängig gewesen. "Warum die Hand beißen, die einen füttert?"

"Mizell war ein beliebter Künstler, aber die falsche Person zu verurteilen löst die Tragödie nicht auf", sagte Spilke weiter. "Es wäre nur eine weitere Tragödie."

Die Ermittler hatten im Laufe der Zeit verschiedenste Motive für die Ermordung von Jam Master Jay überprüft - darunter auch eine Beteiligung des ebenfalls aus Queens stammenden Rap-Stars 50 Cent (48). Diese Theorie ließen die Ermittler jedoch schließlich fallen.

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Erst 2020 wurde Anklage gegen die beiden Verdächtigen Jordan und Washington erhoben.

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Mehrere Rapper in den 90ern erschossen

Der Mord an Jam Master Jay hatte Run-DMC-Fans weltweit schockiert. Die für Hits wie "It's Tricky" und "Christmas in Hollis" bekannte Hip-Hop-Band hatte sich immer wieder gegen Gewalt durch Gangs ausgesprochen. Diese wurde in den 90er Jahren zunehmend mit Rap und Hip-Hop in Verbindung gebracht.

Bereits in den 90er Jahren hatte eine Reihe an Morden an berühmten Rappern die USA erschüttert. Zu den Opfern gehörten Superstars wie Tupac Shakur und The Notorious B.I.G.

Titelfoto: dpa/AP/Mark Lennihan

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