Schüsse in Jugendeinrichtung: Mordkommission übernimmt, Polizei setzt auf Zeugenhinweise

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Von Britta Körber

Stade - Eine extra eingerichtete Mordkommission übernimmt die Ermittlungen zum Tatgeschehen mit sechs Todesopfern in Stade. Ausgewertet werden vor allem Hinweise aus der Bevölkerung.

Auch am Dienstag waren Spezialisten am Tatort, einem Gebäude einer Jugendeinrichtung, mit der Spurensicherung beschäftigt.
Auch am Dienstag waren Spezialisten am Tatort, einem Gebäude einer Jugendeinrichtung, mit der Spurensicherung beschäftigt.  © Jörn Hüneke/dpa

Die Polizei bittet Zeugen weiter um Fotos und Videos, die etwas zur Aufklärung der tödlichen Schüsse in der Jugendhilfeeinrichtung am Montag beitragen können. Unterdessen ist der Tatverdächtige in Untersuchungshaft gekommen. 

Für die Opfer fand am Dienstagabend eine Andacht in der St.-Wilhadi-Kirche in Stade statt, der Andrang von Angehörigen, Kollegen und Feuerwehrleuten war riesig. Am heutigen Mittwoch um 14 Uhr soll es zudem in der Marktkirche Hannover ein Gedenken für die drei Mitarbeiter der Jugendhilfe der Region Hannover geben.

Die Mitarbeiter von sozialen Einrichtungen stehen oft unter Druck, aber ist ein größerer Schutz möglich? Wenn es um Sorgerecht oder Kindeswohlgefährdung gehe, seien die Beschäftigten in solchen Einrichtungen einem erhöhten Risiko von verbaler und physischer Gewalt ausgesetzt, sagt die stellvertretende Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW, Doreen Siebernik.

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"Sie erleben immer wieder Entgleisungen und Übergriffe, die tief in den Dynamiken von häuslicher Gewalt und patriarchalem Kontrollwahn verwurzelt sind", beschreibt sie. 

Polizistinnen standen am Dienstag vor der St.-Wilhadi-Kirche während Gäste zu einer Trauerandacht für die Opfer nach den Schüssen in einer Jugendhilfeeinrichtung kamen.
Polizistinnen standen am Dienstag vor der St.-Wilhadi-Kirche während Gäste zu einer Trauerandacht für die Opfer nach den Schüssen in einer Jugendhilfeeinrichtung kamen.  © Carsten Neff/dpa

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Zum Schutz der Einrichtungen bedarf es aus Sicht der GEW eines funktionierenden Systems von Jugendamt, Polizei und Trägern. Siebernik benennt aber offen das "Dilemma" dabei. "Einerseits müssen Arbeitgeber ihrer Fürsorgepflicht nachkommen und das Leben der Angestellten schützen.

Andererseits leben soziale Arbeit und Jugendhilfe von Vertrauen und Zugänglichkeit", sagt sie. Sollten die Orte zu "Festungen" mit Sicherheitsschleusen mit bewachten Eingängen ausgebaut werden, könne dies die Hemmschwelle für Hilfesuchende vergrößern.

Titelfoto: Jörn Hüneke/dpa

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