Sportschütze erschießt drei Nachbarn: Innenminister trotzdem gegen Waffenverbot

Nürnberg - Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (66, CSU) drückte am Samstag seine Bestürzung über die Bluttat in Langweid am Lech aus.

Joachim Herrmann (66, CSU) zeigte sich von der Tat in Langweid bestürzt.
Joachim Herrmann (66, CSU) zeigte sich von der Tat in Langweid bestürzt.  © Daniel Löb/dpa

"Das ist eine schreckliche, eine tragische Tat", erklärte der Minister in einem Statement gegenüber NEWS5 zum Vorfall.

Ein 64-Jähriger hatte am Freitagabend in dem Dorf nahe Augsburg eine 49-Jährige und ihren 52 Jahre alten Mann, sowie eine 72-Jährige erschossen. Anschließend verletzte er eine 32-jährige Frau und einen 44-jährigen Mann schwer. Der Tatverdächtige sitzt seit Samstag in U-Haft.

Ersten Ermittlungen zufolge ging der Tat ein Nachbarschaftsstreit voraus. Die Todesopfer hätten mit dem Täter zusammen in einem Mehrfamilienhaus gewohnt, erklärte Herrmann. Auch die zwei Schwerverletzten gehören zum Kreis der Angehörigen.

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Die genauen Hintergründen sind noch unklar. Die Kripo Augsburg ermittelt wegen Mordes.

Hätte die Bluttat in Langweid am Lech verhindert werden können?

Die Polizei hat die Straße in Langweid abgesperrt, in der ein Mann drei Menschen erschossen hat.
Die Polizei hat die Straße in Langweid abgesperrt, in der ein Mann drei Menschen erschossen hat.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Der Tatverdächtige sei Sportschütze mit einer Waffenbesitzkarte für Lang- und Kurzwaffen, bestätigte Herrmann. Von einem generellen Waffenverbot distanzierte sich der Minister allerdings. Solange nicht geklärt sei, was den Ausschlag für die Tat gab und ob sie hätte verhindert werden können, könne man keine Rückschlüsse auf die Gesetzeslage ziehen, erklärte Herrmann.

Bei anderen Taten hätten Täter Küchenmesser gezogen und wären damit auf Leute losgegangen - die können man schließlich auch nicht generell verbieten, so Herrmann weiter.

Titelfoto: Bildmontage: Daniel Löb/dpa, Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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