Vier Monate altes Mädchen verhungert: Anklage gegen Eltern erhoben
Von Felix Müschen
Brunsbüttel/Itzehoe - Nach dem Tod eines kleinen Mädchens im September 2025 in Brunsbüttel hat die Staatsanwaltschaft Itzehoe Anklage gegen die beiden Eltern erhoben.
Sie wirft ihnen vor, gemeinschaftlich durch Unterlassen einen Mord begangen zu haben, sagte der Itzehoer Oberstaatsanwalt Peter Müller-Rakow. Wann der Prozess beginnt, ist bisher nicht bekannt.
In Brunsbüttel war Ende September ein vier Monate alter Säugling in seinem Zuhause gestorben - dem vorläufigen Obduktionsergebnis zufolge durch Verhungern. Die Eltern hätten das Kind weder ausreichend ernährt noch mit genügend Flüssigkeit versorgt, erklärte Müller-Rakow. Wegen der einmonatigen Leidenszeit wird das Mordmerkmal der Grausamkeit angenommen.
Seit dem Tod des Kindes sitzen die Eltern in Untersuchungshaft. Die damals knapp dreijährigen Geschwister, ein Zwillingspaar, wurden anderweitig untergebracht.
Ob es die Anklage gegen die Eltern zulässt, werde das Landgericht Itzehoe entscheiden.
Zudem laufen drei Nebenverfahren. Ein Verfahren richte sich gegen einen Mitarbeiter des Jugendamts im Kreis Dithmarschen. Ihm wird fahrlässige Tötung und Körperverletzung durch Unterlassen vorgeworfen. Zwei weitere Verfahren betreffen Bekannte der Eltern, so die Staatsanwaltschaft.
Titelfoto: NEWS5 / Sebastian Peters
