Amoklauf an Gymnasium: Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes

Schongau - Nach dem von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (56) als "Amoktat eines Einzeltäters" bezeichneten Vorfall am Welfen-Gymnasium im oberbayerischen Schongau geht am Donnerstag der Unterricht wieder weiter. Doch an Dienst nach Vorschrift ist nach so einem Vorfall nicht zu denken.

Ein Großaufgebot an Spezialkräften und Polizei war im Einsatz. Wie der Schüler an die Schusswaffe kam und was ihn zu der Tat bewegt haben könnte, ist noch unklar.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Das ist auch dem zuständigen Landratsamt bewusst und so werde ein Kriseninterventionsteam bereitstehen.

Sie sollen für Gespräche mit Schülern und Lehrern vor Ort sein, um die Ereignisse vom Mittwoch verarbeiten zu können.

Wie ein Sprecher von Polizei und Staatsanwaltschaft München II mitteilte, soll der mutmaßliche Täter (16) im Laufe des Tages zur Haftprüfung dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden.

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Dieser müsse entscheiden, ob der 16-Jährige in Untersuchungshaft genommen oder vorläufig in einer geeigneten Einrichtung untergebracht werde.

Dobrindt hatte am Mittwochabend bereits mitgeteilt, dass sich der Beschuldigte in U-Haft befinden würde. Dies wurde am Donnerstagvormittag korrigiert. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes.

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Täter attackierte Schülerinnen mit einem Messer

Zwei Schülerinnen wurden schwer verletzt.  © Festnahme und Verletzte an Gymnasium in Schongau

Offenbar hatte der 16-jährige Ex-Schüler des Gymnasiums im Dornauer Weg versucht, ein Schulmassaker anzurichten.

Mit einer Pistole bewaffnet betrat er gegen 12.50 Uhr das Gelände und feuerte einen Schuss ab. Dieser verletzt jedoch niemanden. Unmittelbar danach versagte die Waffe ihren Dienst.

Der Täter griff daraufhin zu seinem Messer und attackierte damit zwei 13 Jahre alte Mädchen.

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Diese wurden schwer verletzt und schwebten zwischenzeitlich beide in Lebensgefahr. Mit einem Rettungshubschrauber mussten beide in die Klinik geflogen werden.

Dobrindt reist in seinen Wahlkreis: "Wir stehen schockiert vor dieser irrsinnigen Tat."

Nach der mutmaßlichen Amoktat an einem Gymnasium im oberbayerischen Schongau geht dort heute die Schule weiter.  © Christoph Peters/Münchner Merkur/tz/dpa

Die Mädchen konnten inzwischen stabilisiert werden. Ein Großaufgebot von Polizei, USK und Rettungsdienst war bei dem Vorfall in dem 12.000-Einwohner-Ort im Einsatz.

Sechs Hubschrauber waren in der Luft. Der mutmaßliche Täter befand sich kurz nach der Messerattacke auf der Flucht, konnte dann aber von Lehrkräften und Polizei gemeinsam überwältigt werden.

Der Jugendliche soll sich in einer "psychischen Ausnahmesituation" befunden haben. Offenbar war er bereits zuvor stationär in Behandlung und hatte vorher bereits Drohungen ausgesprochen.

Wie er an die Schusswaffe kam und welches Motiv er für seine geplante Tat hatte, muss noch untersucht werden.

"Wir erleben schreckliche Stunden hier in Schongau", so Alexander Dobrindt (CSU).

Er war am Tattag zur Schule in seinem Bundestagswahlkreis angereist. "Wir stehen schockiert vor dieser irrsinnigen Tat." Auf dem Gymnasium sind rund 800 Schülerinnen und Schüler sowie 80 Lehrkräfte.

Erstmeldung um 7.02 Uhr, letzte Aktualisierung 12.33 Uhr.

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