Polizei hat Bitte an alle Eltern: "Eure Kinder sollen KEINE Angst vor uns haben"

Würzburg - Wenn Kinder anfangen zu quengeln und zu nerven, wenn sie renitent oder jähzornig sind, dann greifen Eltern nicht selten zu erfundenen Drohungen, um den rebellischen Nachwuchs zur Räson zu bringen.

Es geht der Polizei in Unterfranken um ihr Verhältnis zu Kindern (Symbolbild).
Es geht der Polizei in Unterfranken um ihr Verhältnis zu Kindern (Symbolbild).  © Montage: 123RF/Cathy Yeulet, dpa/Alex Talash

Die einen drohen mit Räubern, die anderen (speziell in der Adventszeit) mit dem unheimlichen Knecht Ruprecht, der den Nikolaus begleitet.

Einige Eltern lassen auch Bemerkungen darüber fallen, dass sie ihre Kinder verkaufen würden – was natürlich ebenso wenig ernst gemeint ist, wie die Drohungen mit dem bösen Räuber oder dem Unhold Ruprecht.

Eine spezielle Form des elterlichen Kinder-Erschreckens machte am Dienstag das Polizeipräsidium Unterfranken auf der Social-Media-Plattform Facebook zum Thema.

"Sei brav, sonst holt dich die Polizei" zitierten die Beamten zunächst die fiktive Drohung eines Elternteils gegenüber einem ungehorsamen Kind. Darauf folgte ein kurzer Brief an alle Erziehungsberechtigten.

"Liebe Eltern! Bitte redet euren Kindern nicht ein, dass wir sie holen, wenn sie nicht brav sind! Eure Kinder sollen KEINE Angst vor uns haben, sondern zu uns kommen, WENN sie Angst haben", lautet der schriftliche Appell der Ordnungshüter.

Der Facebook-Eintrag ist illustriert mit einem Foto, welches eine Gruppe Kinder zeigt, die auf einer Polizeiwache hinter Gittern stecken.

"P.S.: Und herzlichen Dank an unsere kleinen Hauptdarsteller, die mit ihrer Kindergartengruppe zu Besuch auf unserer Dienststelle in Bad Kissingen waren!", lautete die Erklärung des Polizeipräsidiums Unterfranken hierzu.

"Sei brav, sonst holt dich die Polizei"

Schon nach kurzer Zeit, war der Facebook-Post mit zahlreiches Likes und Kommentaren versehen. Viele Nutzer hatten den Eintrag auch geteilt.

"Gibt es immer noch Eltern, die ihren Kindern Angst machen? Das darf doch nicht wahr sein", lautete ein Kommentar. "Zu mir wurde gesagt, der Knecht Ruprecht nimmt mich mit oder ich bekomme nichts vom Nikolaus. Ist eine bessere Alternative gewesen in den 90ern", schrieb ein anderer Nutzer.

Das Polizeipräsidium Unterfranken bekräftigte in einem Kommentar, dass die Beamten des Präsidiums immer wieder erleben würden, dass Kindern mit der Polizei gedroht wird.

Titelfoto: Montage: 123RF/Cathy Yeulet, dpa/Alex Talash

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