Von David Nau
Offenburg - Die Polizei soll schon viele Monate vor der Bluttat in einem Wohngebiet in Offenburg Hinweise darauf gehabt haben, dass der mutmaßliche Täter illegal Waffen besitzt.
Im Frühjahr 2025 sei ein Hinweis eines Unbeteiligten auf einen möglichen Verstoß gegen das Waffengesetz durch den 33 Jahre alten Mann eingegangen, teilte die Polizei mit.
Zudem habe das spätere Opfer seit Anfang 2025 drei Anzeigen gegen ihren Ex-Partner gestellt. Dabei ging es laut Polizei um Nachstellung, Beleidigung, Bedrohung und Verleumdung.
Der Mann habe in mehreren Fällen auch Gegenanzeigen gegen die 36-Jährige gestellt. Im März dieses Jahres habe es zudem eine Anzeige einer weiteren Frau wegen Stalkings gegen den Mann gegeben. Beamte hätten in allen Fällen unmittelbar Gefährderansprachen mit dem Verdächtigen durchgeführt und die Fälle der Staatsanwaltschaft vorgeführt.
Auch mit dem späteren Opfer habe es intensive Gespräche gegeben, teilte die Polizei mit. Sie sei über Hilfsmöglichkeiten informiert worden und habe Verhaltenshinweise bekommen.
Zudem hätten die Beamten angeregt, dass die Frau ein Annäherungsverbot erwirkt. Dieses habe die Frau aber nicht beantragt. Man habe ihr verdeutlicht, dass sie sich im Falle einer Annäherung des 33-Jährigen unverzüglich an die Polizei wenden solle, hieß es.
Obduktion angeordnet
Am Montagmorgen soll der 33-Jährige mit türkischer Staatsangehörigkeit in dem Wohngebiet mehrfach auf seine 36 Jahre alte Ex-Freundin geschossen haben. Die Ukrainerin starb trotz Reanimation durch Einsatzkräfte wenig später im Krankenhaus. Nach den Schüssen auf die Frau habe sich der 33-Jährige dann selbst erschossen.
Anfang nächster Woche sollen der Mann und die Frau obduziert werden, um genauere Erkenntnisse zum Tathergang zutage zu bringen.
Nach Angaben der Stadtverwaltung ist am Tatort inzwischen ein Ort des stillen Gedenkens entstanden.
Das Opfer habe sich vielfältig ehrenamtlich in der Stadt engagiert und habe verschiedenen Gruppen und Organisationen angehört, teilte die Stadt mit.