Irre Kamikaze-Fahrt: Skoda-Fahrer rast durch Stadt und baut zig Unfälle
Nürnberg - Nach seiner rücksichtslosen und gefährlichen Fahrt durch den Nürnberg Westen mit mehreren Unfällen, soll ein 33-Jähriger nun in Haft.
Wie die Polizei mitteilte, fiel der weiße Skoda Fabia mit tschechischer Zulassung am Samstag gegen 21.40 Uhr in der Rothenburger Straße auf.
Mehrere Zeugen hatten sich bei der Polizei gemeldet und ausgesagt, dass der Fahrer immer wieder zwischen den Fahrspuren hin- und herwechsle, stark beschleunige und insgesamt sehr rasant unterwegs sei.
Sein Verhalten hatte Folgen: Wenig später krachte der Skoda in der Austraße mit dem Mercedes eines 40-Jährigen zusammen. Er hielt jedoch nicht an, sondern gab Gas in Richtung Frankenschnellweg. Kurz darauf kollidierte er mit dem VW einer 24-Jährigen, raste über einen Gehweg und prallte gegen den Opel einer 27-jährigen Frau, die gerade an einer roten Ampel wartete.
Ein Zeuge beobachtete die wilde Fahrt, alarmierte die Polizei und versuchte dem Auto zu folgen. Mit teils über 100 Kilometern pro Stunde raste der Fahrer durch die Stadt, geriet auf die Gegenfahrbahn und fuhr über rote Ampeln. Fußgänger mussten sich mit Sprüngen in Sicherheit bringen, so die Polizei.
Bei einer Kollision mit einem Bordstein, verlor der Skoda einen Reifen, doch selbst das hielt den Fahrer nicht auf: Mit rasanter Geschwindigkeit bretterte er auf der Felge weiter und prallte schließlich gegen den Skoda einer 40-Jährigen und den Opel einer 36-Jährigen.
Fußgänger müssen sich mit Sprung retten: Ukrainer rast mit Skoda durch Nürnberg
Völlig deformiert war das Auto in der Gärtnerstraße nicht mehr fahrtüchtig. Zwei Mitfahrer stiegen aus dem Skoda aus und flüchteten zu Fuß. Eine Streifenbesetzung konnte den 22-Jährigen und den 35-Jährigen mit ukrainischem Pass stoppen.
Derweil nahm eine Streife den ukrainischen Fahrer (33) fest. Dabei setzte er sich zur Wehr und trat einem Polizisten gegen den Oberkörper. Der Beamte wurde leicht verletzt. Zudem beleidigte und bespuckte der Mann die Polizei. Da er offensichtlich unter Drogeneinfluss stand, wurde eine Blutabnahme angeordnet.
Ermittlungen ergaben, dass der 33-Jährige keinen Führerschein besitzt. Er soll nun einem Haftrichter vorführt werden, so die Polizei am Sonntag. Die Liste der Vorwürfe ist lang: Neben zahlreichen Verkehrsstraftaten, muss er sich auch wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte verantworten.
Um die Tat aufzuklären, suchen die Ermittler Zeugen und Geschädigte: Wer ausweichen oder bremsen musste, um einen Zusammenstoß zu vermeiden, oder gar angefahren wurde, soll sich unter der Rufnummer 0911/65831530 bei der Verkehrspolizei Nürnberg melden.
Titelfoto: David Inderlied/dpa

