Leiche trieb im Main: Mädchen nach 25 Jahren identifiziert, Vater festgenommen

Frankfurt am Main - Im Sommer 2001 wurde die Leiche eines Mädchens in Frankfurt-Nied im Main gefunden. Trotz intensiver Maßnahmen blieb ein Ermittlungserfolg fast ein Vierteljahrhundert lang aus - bis vor wenigen Tagen.

Fast 25 Jahre nach dem Fund einer Mädchenleiche ist den Ermittlern der Durchbruch gelungen.  © Montage: Karl-Josef Hildenbrand/dpa, Landeskriminalamt Hessen

Wie das Hessische Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft gemeinschaftlich zu dem "Cold Case"-Fall am Montagvormittag mitteilten, wurde der inzwischen 67 Jahre alte Vater des Opfers von Einsatzkräften am 12. Mai 2026 festgenommen.

Gegen den Mann besteht demnach der dringende Tatverdacht, seine Tochter ermordet zu haben.

Der deutsche Staatsangehörige, der in Pakistan geboren worden war, wurde nach der Festnahme einem Haftrichter vorgeführt. Er sitzt in U-Haft.

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Mögliche Zeugen, welche Angaben zur Toten, der Familie, dem Vater oder dem Umfeld machen können, werden weiterhin gebeten, sich mit den Beamten des LKA in Verbindung zu setzen.

Über den Fall wurde nach dem schrecklichen Fund unter anderem in der Sendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst" berichtet, die Sonderkommission "Leopard" mit den Ermittlungen betraut. Es wurden zahlreichen Hinweisen und Spuren ausgewertet.

Dennoch blieb die Identität der Toten, deren Körper in einen bräunlichen Bettbezug mit Leopardenmuster und zusätzlich in ein Frotteebetttuch eingewickelt war, zunächst ungeklärt. Entdeckt worden war das Mädchen 31. Juli 2001 von Passanten.

Die Beine waren angewinkelt und an die Brust gepresst, die Arme am Körper angelegt. In dieser Hockstellung war der Leichnam der 13-bis 16-Jährigen mit bis zu zehn Zentimeter breiten Textilbändern umwickelt und verknotet worden.

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Die Leiche des Mädchens war in einen bräunlichen Bettbezug mit Leopardenmuster eingewickelt.  © Landeskriminalamt Hessen

Internationale Kampagne "Identify Me" führt bei Fall des "Mädchens aus dem Main" zum Durchbruch

Zusätzlich war ein Frotteebetttuch zum Einsatz gekommen.  © Landeskriminalamt Hessen

Die Klärung der Identität war nach mehr als zwei Jahrzehnte nun der entscheidende Durchbruch.

"Kein Täter kann sich je sicher fühlen, ungestraft davonzukommen", erklärte Justizminister Christian Heinz (49, CDU) und lobte die Arbeit er Ermittler: "Unsere Strafverfolgungsbehörden lassen nicht nach und tun alles dafür, die Straftaten aufzuklären und die Täter vor Gericht zu bringen. Das belegt der jüngste Ermittlungserfolg sehr eindrücklich."

Die entscheidenden Puzzleteile ergaben sich laut den Ermittlern erst im Rahmen der internationalen Kampagne "Identify Me", bei der im Oktober 2024 nochmals aufgerufen worden war, Hinweise zur Identität des "Mädchens aus dem Main" zu geben.

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Was die Jugendliche, die so lange keiner zu kennen oder vermissen schien, vor ihrem Tod durchmachen musste, lassen die Obduktionsergebnisse erahnen. Laut LKA wurden damals "multiple Verletzungen am ganzen Körper", welche "auf langandauernde, schwerwiegende Misshandlungen schließen lassen" entdeckt. Ärztliche Versorgung wurden sie nicht.

Die Leiche war mit Textilbändern umwickelt und einem Sonnenschirmständer beschwert worden.  © Montage: Hessisches Landeskriminalamt (2)

"Mädchen aus dem Main": Obduktionsergebnisse lassen einem Schauer über Rücken laufen

Die Oberarme des Mädchens waren mehrfach gebrochen und in Fehlstellungen verheilt. An Stirn, Rumpf und Beinen wurden Narben entdeckt. "Der Körper wies zudem zahlreiche Brandverletzungen auf, die an Verbrennungen von Zigaretten erinnern."

Dem Ermittlungsstand zufolge soll der Mann sein Kind zwischen dem 28. und 31. Juli 2001 in der damaligen Wohnung der Familie in Offenbach am Main zunächst durch eine Vielzahl brutaler Schläge getötet und die geschundene Leiche seines Kindes anschließend eingewickelt, fest verschnürt und mit einem Sonnenschirmständer beschwert in den Main gelegt haben.

Als Todesursache waren bei der Obduktion zwei durch stumpfe Gewalt hervorgerufene Rippenbrüche festgestellt, die wiederum Lunge und Milz verletzt hatten. Das hilflose Mädchen ist in der Folge durch inneres Verbluten gestorben.

Erstmeldung: 10.21 Uhr, zuletzt aktualisiert: 12.14 Uhr

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