Leiche trieb im Main: Mädchen nach 25 Jahren identifiziert, Vater festgenommen

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Frankfurt am Main - Im Sommer 2001 war die Leiche eines unbekannten Mädchens im Main gefunden worden. Trotz intensiver Maßnahmen blieb ein Ermittlungserfolg fast ein Vierteljahrhundert lang aus - bis vor wenigen Tagen.

Fast 25 Jahre nach dem Fund einer Mädchenleiche ist den Ermittlern der Durchbruch gelungen.
Fast 25 Jahre nach dem Fund einer Mädchenleiche ist den Ermittlern der Durchbruch gelungen.  © Montage: Karl-Josef Hildenbrand/dpa, Landeskriminalamt Hessen

Wie das Hessische Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft gemeinschaftlich zu dem "Cold Case"-Fall am Montagvormittag mitteilten, wurde der inzwischen 67 Jahre alte Vater des Opfers von Einsatzkräften schon am 12. Mai festgenommen.

Gegen den Mann besteht demnach der dringende Tatverdacht, seine Tochter umgebracht zu haben.

Der deutsche Staatsangehörige, der in Pakistan geboren worden war, wurde nach der Festnahme einem Haftrichter vorgeführt. Er sitzt in U-Haft.

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Mögliche Zeugen, welche Angaben zur Toten, der Familie, dem Vater oder dem Umfeld machen können, werden weiterhin gebeten, sich mit den Beamten des LKA in Verbindung zu setzen.

Lange war die Identität der Toten, deren Körper in einen bräunlichen Bettbezug mit Leopardenmuster und zusätzlich in ein Frotteebetttuch eingewickelt war, ungeklärt. Entdeckt worden war das Mädchen am 31. Juli 2001 von mehreren Passanten.

Die Beine waren angewinkelt und an die Brust gepresst, die Arme am Körper angelegt. In dieser Hockstellung war der Leichnam der 13-bis 16-Jährigen mit bis zu zehn Zentimeter breiten Textilbändern umwickelt und verknotet worden.

Die Leiche des Mädchens war in einen bräunlichen Bettbezug mit Leopardenmuster eingewickelt.
Die Leiche des Mädchens war in einen bräunlichen Bettbezug mit Leopardenmuster eingewickelt.  © Landeskriminalamt Hessen

Internationale Kampagne "Identify Me" führt bei Fall des "Mädchens aus dem Main" zum Durchbruch

Zusätzlich war ein Frotteebetttuch zum Einsatz gekommen.
Zusätzlich war ein Frotteebetttuch zum Einsatz gekommen.  © Landeskriminalamt Hessen

Ihre Identität war trotz intensiver Ermittlungen über zwei Jahrzehnte hinweg komplett unbekannt geblieben - bis zu dem jetzigen Durchbruch.

Die entscheidenden Puzzleteile ergaben sich laut den Ermittlern erst im Rahmen der internationalen Kampagne "Identify Me", bei der im Oktober 2024 nochmals aufgerufen worden war, Hinweise zur Identität des "Mädchens aus dem Main" zu geben.

Was die Jugendliche, die so lange keiner zu kennen oder vermissen schien, vor dem Tod durchmachen musste, lassen die Obduktionsergebnisse erahnen.

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Es wurden laut dem Landeskriminalamt damals "multiple Verletzungen am ganzen Körper", die "auf langandauernde, schwerwiegende Misshandlungen schließen lassen" entdeckt. Eine ärztliche Versorgung habe nicht stattgefunden.

Die Oberarme des Mädchens waren mehrfach gebrochen und in Fehlstellungen verheilt. An Stirn, Rumpf und Beinen wurden Narben entdeckt. "Der Körper wies zudem zahlreiche Brandverletzungen auf, die an Verbrennungen von Zigaretten erinnern."

Dem Ermittlungsstand zufolge soll der Mann sein Kind zwischen dem 28. und 31. Juli 2001 in der damaligen Wohnung der Familie in Offenbach am Main zunächst durch eine Vielzahl brutaler Schläge getötet und die geschundene Leiche seines Kindes anschließend eingewickelt, fest verschnürt und mit einem Sonnenschirmständer beschwert in den Main gelegt haben.

Als Todesursache waren bei der Obduktion zwei durch stumpfe Gewalt hervorgerufene Rippenbrüche festgestellt, die wiederum Lunge und Milz verletzt hatten. Das hilflose Mädchen ist in der Folge durch inneres Verbluten gestorben.

Erstmeldung: 10.21 Uhr, zuletzt aktualisiert: 11.10 Uhr

Titelfoto: Montage: Hessisches Landeskriminalamt (2)

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