Nach Krawallen bei Magdeburg-Dresden-Spiel: Zahl der Verletzten höher als gedacht
Magdeburg - Die Ermittlungen um die schlimmen Krawalle nach dem Zweitligaspiel zwischen dem 1. FC Magdeburg und Dynamo Dresden laufen auf Hochtouren. Die Innenministerin klärt jetzt auf, dass es noch mehr Verletzte gibt als ursprünglich gedacht.
Sachsen-Anhalts Innenministerin Tamara Zieschang (55, CDU) berichtete im Magdeburger Landtag, dass abgesehen von den 70 verletzten Landespolizisten auch fünf Beamte der Bundespolizei am Sonntag verletzt wurden.
Ursprünglich war nur von 64 Geschädigten die Rede.
17 der 70 Verletzten der Landespolizei wurden in Kliniken behandelt, glücklicherweise musste niemand stationär aufgenommen werden.
Zieschang spricht beim Ausmaß der Verletzungen aber dennoch von "erhebliche[n] Kopfverletzungen bis zu Schädel-Hirn-Trauma-Diagnosen".
Die 55-Jährige forderte in ihrer Rede im Landtag außerdem, dass sich der 1. FC Magdeburg, dessen Fans für die Revolte verantwortlich waren, an der Aufarbeitung der Taten beteiligen soll.
Der Magdeburger Klub gab bekannt, sich noch vor dem Match gegen Hannover am Freitag ausführlich zum Vorfall äußern zu wollen.
Am Sonntag attackierten zahlreiche FCM-Fans die Einsatzkräfte der Polizei beim Ost-Derby gegen Dynamo. Sie griffen die Beamten mit Gullydeckeln, Gehwegplatten, Pyrotechnik, Steinen und Absperrgittern an.
Am Mittwoch wurde ein erster Tatverdächtiger festgenommen.
Titelfoto: Bildmontage: David Hammersen/dpa, Andreas Gora/dpa
