Neue Details zu Anschlag in ICE: Verdächtiger verschickt kurz zuvor eine Mail
Von Rabea Gruber
Siegburg – Unmittelbar vor dem Wurf von Sprengkörpern in einem ICE soll der Tatverdächtige eine E-Mail an mehrere deutsche Medienhäuser geschickt haben.
Die Mail sei am Donnerstagabend gegen 20.50 Uhr verschickt worden, sagte eine Sprecherin der ermittelnden Generalstaatsanwaltschaft in Düsseldorf.
Zum Inhalt des Schreibens könne sie wegen der laufenden Ermittlungen keine Angaben machen, sagte die Sprecherin weiter. Es werde davon ausgegangen, dass der 20-Jährige bereits unmittelbar nach dem Versenden der Mail mit der Tat begonnen habe. Der Notruf sei gegen 20.54 Uhr eingegangen.
Ein Ermittlungsrichter erließ gegen den jungen Mann am Freitagnachmittag Haftbefehl wegen des Verdachts des versuchten Mordes, der gefährlichen Körperverletzung und der Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz.
Das Motiv für die Tat ist nach Angaben der Ermittler noch unklar. Einerseits gibt es laut Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft Erkenntnisse, dass der Mann politisch "dem rechten Spektrum zuzuordnen" sei.
Andererseits gebe es auch Hinweise auf eine psychische Erkrankung des Mannes. Er sei in der Vergangenheit schon strafrechtlich in Erscheinung getreten.
Bei dem Beschuldigten waren am Donnerstagabend zwei Messer, eine Maske und zwei frei verkäufliche Rauchkörper gefunden worden. Nach Angaben der Bundespolizei aus der Nacht hatte er mit einem Anschlag in dem Zug gedroht.
Titelfoto: Roberto Pfeil/dpa
