"Ferrum" macht Ernst: Große Razzia gegen Schusswaffen in Berlin

Von Andreas Rabenstein

Berlin - Mit einer umfangreichen Razzia ist die Berliner Polizei am Dienstag gegen organisierte Kriminalität und die Verbreitung von Schusswaffen vorgegangen.

An der Razzia sind Hunderte Beamte beteiligt gewesen.  © Soeren Stache/dpa

Zahlreiche Polizisten durchsuchten ab dem frühen Morgen Wohnungen und andere Räume in verschiedenen Stadtteilen, unter anderem in Neukölln und Kreuzberg. 

Neun Verdächtige wurden nach Angaben von Innensenatorin Iris Spranger (64, SPD) festgenommen. Mehrere Hundert Polizisten waren im Einsatz, um die rund 20 Objekte zu durchsuchen.

Darunter waren auch Spezialeinsatzkommandos (SEK) aus Berlin, anderen Bundesländern und die GSG 9 der Bundespolizei.

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Spranger betonte, die extra gegen organisierte Kriminalität und illegalen Waffenhandel eingerichtete Ermittlungseinheit "Ferrum" ("Eisen") des Landeskriminalamtes (LKA) habe den Einsatz "über Monate hinweg mit hoher Intensität vorbereitet und vorangetrieben".

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Anteil von Straftaten mit Gebrauch von Schusswaffen in Berlin darstisch angestiegen

Innensenatorin Iris Spranger (64, SPD, l.) und Justizsenatorin Felor Badenberg (51, CDU) haben den Einsatz der Polizei gelobt.  © Carsten Koall/dpa

Die Polizei halte den Ermittlungsdruck zur Bekämpfung der Schusswaffenkriminalität weiterhin aufrecht. "Wer mit Waffen unsere Straßen unsicher macht, bekommt die volle Härte des Rechtsstaats zu spüren", so Spranger.

Berlin und die Innenministerkonferenz hätten eine Initiative für schärfere Gesetze gestartet. Der Bund sei nun gefordert.

Auch Justizsenatorin Felor Badenberg (51, CDU) lobte den Einsatz ihrer Staatsanwaltschaft und kündigte an, die kriminellen Strukturen weiter gezielt zu bekämpfen. Die Staatsanwaltschaft hatte ebenfalls eine spezielle Ermittlungsgruppe "Telum" (lateinisch für "Angriffswaffe") eingesetzt.

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Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) betonte, die Polizei arbeite intensiv daran, die Welle an Schießereien auf den Straßen einzudämmen und gegen kriminelle Strukturen vorzugehen. Zugleich müsse sie aber mehr Möglichkeiten erhalten, effektiv Handys von Verdächtigen abzuhören, Daten zu speichern und mit moderner Software auszuwerten.

2025 zählte die Berliner Polizei 1119 Fälle von Schusswaffengebrauch, etwas mehr als die Hälfte waren Drohungen, in 515 Fällen wurde geschossen. Das waren insgesamt 68 Prozent mehr Straftaten, bei denen mit Waffen gedroht oder geschossen wurde, als im Vorjahr 2024.

Erstmeldung von 9.09 Uhr, aktualisiert um 12.06 Uhr.

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