Großrazzia gegen illegale Migration in Döner-Buden

Leipzig/Halle (Saale) - Schlag gegen die "Döner-Mafia" in Mitteldeutschland: Hunderte Bundespolizisten haben am Dienstag in Leipzig und Halle Gewerbeobjekte und Wohnungen türkischer Gewerbetreibender durchsucht. Es geht um das Einschleusen illegaler Arbeitsmigranten.

Bundespolizisten haben ein Gewerbegebiet abgesperrt, durchsuchen unter anderem einen hier ansässigen türkischen Autohandel.
Bundespolizisten haben ein Gewerbegebiet abgesperrt, durchsuchen unter anderem einen hier ansässigen türkischen Autohandel.  © Tobias Junghannß/dpa

Es sind oft junge Männer aus Ostanatolien und den kurdischen Gebieten im Süden, die in sächsischen Döner-Imbissen das Kebab bereiten. Ob sie das freiwillig machen oder Schleuserschulden abarbeiten – das versuchen hiesige Ermittler seit Jahren zu ergründen.

Auch bei der Razzia am Dienstag ging es um illegale Arbeitsmigration. Um 6 Uhr morgens stürmten rund 200 Bundespolizisten Wohnungen, Dönerläden, eine Fladenbrot-Bäckerei und einen Autohandel.

Zwei türkische Geschäftsleute – beide 57 Jahre alt – stehen als Hauptbeschuldigte im Verdacht, hier mit illegalen Migranten Geld zu machen.

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Während dem in Leipzig lebenden Verdächtigen vorgeworfen wird, die Landsleute nach Deutschland einzuschleusen, steht sein Kompagnon aus Halle im Verdacht, die Neuankömmlinge illegal zu beschäftigen.

Nach Angaben von Bundespolizei-Sprecher Jens Damrau stellten die Beamten zahlreiche Unterlagen sicher, außerdem illegale Waffen wie eine Stahlrute und ein Butterflymesser.

Mit Helmen und Maschinenpistolen sichern Polizeibeamte während der Razzia die Ausgänge einer Fladenbrotbäckerei.
Mit Helmen und Maschinenpistolen sichern Polizeibeamte während der Razzia die Ausgänge einer Fladenbrotbäckerei.  © Bundespolizei

Weil sich während der Razzia zudem der Verdacht auf Gammelfleisch ergeben habe, sei auch die Lebensmittelüberwachung eingeschaltet worden, so der Sprecher.

Titelfoto: Bundespolizei

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