Razzia in Abou-Chaker-Anwesen bei Berlin: War Millionen-Deal wirklich sauber?

Kleinmachnow - Die Polizei hat am frühen Donnerstagmorgen eine Villa der Abou-Chakers in Kleinmachnow bei Berlin durchsucht. Es besteht der Verdacht auf Geldwäsche.

Stolze 16.600 Quadratmeter umfasst das Abou-Chaker-Anwesen in Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark).

Das Anwesen am Zehlendorfer Damm inbegriffen umfasste die Razzia insgesamt sieben Objekte in Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen, wie "Bild" berichtete.

Laut der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) richten sich die Ermittlungen gegen drei deutsche Staatsangehörige im Alter von 24, 25 und 40 Jahren.

Hintergrund der Razzia war offenbar der Erwerb des Villenensembles in Kleinmachnow.

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Die Grundstücke mit einer Fläche von über 16.600 Quadratmetern waren 2022 bei einer Zwangsversteigerung für rund 7,4 Millionen Euro verkauft worden – zum Mindestgebot und den Angaben nach für die Hälfte des Verkehrswerts.

Als einziger Bieter hatte sich Ahmed Abou-Chaker (damals 21), ein Sohn des Clan-Chefs, durchgesetzt. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) prüfte den Deal bereits eine Woche nach dem Verkauf.​

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Die Villa gehörte vorher Bushido (47, l.) und Arafat Abou-Chaker (50) gemeinsam.  © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Bushido beantragte Zwangsversteigerung

Die Villen gehörten zuvor Rapper Bushido (47) und seinem ehemaligen Geschäftspartner Arafat Abou-Chaker gemeinsam. Bushido, der nicht von den Ermittlungen betroffen ist, hatte die Zwangsversteigerung seinerzeit beantragt, um die Eigentümergesellschaft aufzulösen.​

Erst vor wenigen Wochen hatte Arafat Abou-Chaker eine juristische Niederlage gegen Bushido erlitten. Er muss 1,78 Millionen Euro an den Rapper zahlen.

Das Berliner Kammergericht urteilte, dass kein Gesellschaftsvertrag seit 2004 bestand und Abou-Chakers Managementvertrag "sittenwidrig" war.​

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