Millionenbeute in Gelsenkirchen: Sparkassen-Filiale bleibt weiter zu
Von Christian Rothenberg
Gelsenkirchen - Nach dem spektakulären Einbruch mit Millionenbeute bleibt die betroffene Sparkassenfiliale in Gelsenkirchen noch einige Tage geschlossen. Die Beseitigung der Einbruchschäden sei noch nicht abgeschlossen, teilte die Bank mit. Die Kunden sollen informiert werden, sobald die Filiale wieder öffnet.
Die Sparkasse arbeitet nach eigenen Angaben weiterhin daran, die entstandenen Schäden zu erfassen und zu beheben. Das Loch im Tresorraum wurde inzwischen von Spezialisten geschlossen.
Sparkassen-Mitarbeiter registrieren unter notarieller Aufsicht Wertgegenstände und Dokumente, die die Täter nicht mitgenommen haben. Dies werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Man bedauere den Vorfall zutiefst und stehe in engem Kontakt mit der Polizei, erklärte die Sparkasse.
Einsatzkräfte hatten den Einbruch am Montagmorgen nach einem Alarm der Brandmeldeanlage entdeckt. Die Täter brachen fast alle 3.250 Kunden-Schließfächer der Sparkassen-Filiale im Stadtteil Buer auf. Sie drangen in einen Archivraum ein, von dem aus sie ein großes Loch in den Tresorraum bohrten. Die Beutetour zog sich möglicherweise über mehrere Tage hin.
Die Bank versendet derzeit Briefe an die Schließfachinhaber und bittet diese um Inventarlisten und Nachweise über den Inhalt, etwa in Form von Fotos. Über eine Hotline wurde laut Sparkasse schon mit über 1.000 Betroffenen gesprochen.
Wie hoch ist der Schaden nach Überfall in Gelsenkirchen?
Auch die Inhaber der rund 150 unversehrten Schließfächer konnten größtenteils erreicht werden. Betroffenen Kunden steht unter 0209 161 1110 weiterhin eine Hotline zur Verfügung.
Die Beute wurde zunächst grob mit der Versicherungssumme in Höhe von rund 30 Millionen Euro angegeben, könnte aber auch deutlich darüber liegen.
"Wir gehen von einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag aus", sagte ein Sprecher der Polizei. Wie hoch die Schadenssumme sei, lasse sich derzeit jedoch nicht seriös beziffern. Auch die Sparkasse äußerte sich dazu nicht. "Wir wissen nicht, was in den Schließfächern drin ist", sagte ein Sprecher.
Der Inhalt eines Schließfaches ist laut Sparkasse mit einem Betrag von jeweils bis zu 10.300 Euro versichert. Mehr als 100 Kunden hätten eine höhere Summe versichert.
Die Polizei veröffentlichte am Wochenende Fotos der maskierten Tatverdächtigen.
Titelfoto: Oliver Berg/dpa

