Maddie McCann: Kommt der Hauptverdächtige jetzt einfach davon?

Praia da Luz (Portugal) - Es sticht jedes Mal im Herzen, wenn man die Fotos des süßen Mädchens sieht: Seit über einem Jahrzehnt ist Madeleine McCann verschwunden. Ihre Eltern und die Polizei setzten bisher alles daran, das Kind endlich zu finden. Doch jetzt scheinen die Ermittler aufzugeben ...

Madeleine McCann würde in diesem Mai 19 Jahre alt werden.
Madeleine McCann würde in diesem Mai 19 Jahre alt werden.  © Luis Forra/LUSA FILE/dpa

Madeleine "Maddie" McCann verschwand im Mai 2007 in Portugal. Damals machte ihre Familie in einer Ferienanlage in Praia da Luz Urlaub.

Als ihre Eltern am 3. Mai mit Freunden Abendbrot aßen, schlief Maddie zusammen mit ihren Geschwistern in der Unterkunft. Gegen 22 Uhr bemerkte Mutter Kate schließlich, dass ihre damals dreijährige Tochter nicht mehr in ihrem Bett lag.

Die sofort eingeleitete Suchaktion und die darauffolgenden jahrelangen Ermittlungen der Polizei blieben erfolglos. Madeleine bleibt verschwunden.

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Wie jetzt bekannt wird, sollen die Untersuchungen zum Fall noch dieses Jahr eingestampft werden!

Noch im vergangenen Juli erhielt Scotland Yard umgerechnet über 416.000 Euro, um die Ermittlungen voranzutreiben und Maddie zu finden, doch vergebens. Mittlerweile sollen sich die Gesamtkosten für die Suche auf 12,5 Millionen Pfund (über 14 Millionen Euro) belaufen.

Doch auch das viele Geld konnte Maddie nicht zu ihrer Familie zurückbringen.

Ermittlungen sollen beendet werden

Kate und Gerry McCann, Eltern der im Jahr 2007 verschwundenen Madeleine.
Kate und Gerry McCann, Eltern der im Jahr 2007 verschwundenen Madeleine.  © Joe Giddens/PA Wire/dpa

Ein Hoffnungsschimmer war der vielversprechende Durchbruch der Polizeiarbeit im Jahr 2020. Seitdem steht nämlich der 45-jährige Christian B. aus Deutschland als Hauptverdächtiger im Fokus.

Sein Handy soll in jener Nacht im Jahr 2007 ganz in der Nähe des "Ocean Club", in dem die damals Dreijährige verschwand, gewesen sein. Zudem habe Christian B. wiederholt in Ferienwohnungen in der Nähe gearbeitet haben, schreibt Metro.

Der 45-Jährige ist derzeit nicht auf freiem Fuß, sondern sitzt wegen der Vergewaltigung einer 72-Jährigen in Portugal im Jahr 2005 hinter Gittern.

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Obwohl die Polizei behauptet, es gebe konkrete Beweise, die Christian B. belasten würden, wurde er bisher nicht wegen Maddies Verschwinden angeklagt.

Nun soll auch "Operation Grange", die seit 11 Jahren für die Untersuchungen zum Fall "Madeleine McCann" zuständig ist, ihre Arbeit ablegen.

"Die Arbeit des Teams wird voraussichtlich im Herbst abgeschlossen sein", erklärt eine Quelle gegenüber The Sun. "Es ist derzeit nicht geplant, die Untersuchungen weiterzuführen."

Ein herber Schlag für Kate und Gerry McCann, die auch nach fast 15 Jahren die Hoffnung nicht aufgegeben haben, dass man Maddies Verschwinden aufklärt und ihre Tochter wieder auftaucht.

"Wir lieben dich und wir warten auf dich", schrieben die Briten im vergangenen Mai, als Madeleine 18 Jahre alt geworden wäre.

Titelfoto: Luis Forra/LUSA FILE/dpa,Joe Giddens/PA Wire/dpa

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