Maddie McCann: Wichtigster Zeuge im Fall schockt mit Aussage: "Sie hat nicht geschrien"

Portugal/Braunschweig - Es gibt wohl keinen anderen Vermisstenfall, der seit fast zwei Jahrzehnten für einen derartigen Wirbel sorgt, wie der von Maddie McCann. Während der Hauptverdächtige nun wegen anderer schwerer Verbrechen vor Gericht steht, belastet ihn der wichtigste Zeuge nun mit einer Aussage, bei der einem nur schlecht werden kann.

Maddie McCann gilt seit 2007 als verschwunden. Was der damals Dreijährigen passiert ist, bleibt ein Rätsel.
Maddie McCann gilt seit 2007 als verschwunden. Was der damals Dreijährigen passiert ist, bleibt ein Rätsel.  © Bildmontage: Real Madrid TV/efe/epa/dpa, Luis Forra/LUSA/epa/dpa

Madeleine "Maddie" McCann wird seit dem 3. Mai 2007, als sie und ihre Familie Urlaub im portugiesischen Praia da Luz machten, vermisst.

Während ihre Eltern den Abend in einem nahegelegenen Restaurant verbrachten, verschwand die damals Dreijährige aus dem Appartement. Was dem Mädchen aus dem Vereinigten Königreich zugestoßen ist, bleibt bis heute ein Rätsel.

Im Laufe der vielen Untersuchungen, die sich mittlerweile über fast 17 Jahre erstrecken, rückte im Juni 2020 plötzlich ein Mann aus Deutschland ins Licht der Ermittler. Der 43-jährige Christian B., der bereits wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern vorbestraft ist, soll sich zum Zeitpunkt von Maddies Verschwinden in derselben Region befunden haben. Seit April 2022 behandelt nun auch die portugiesische Polizei den 43-Jährigen als Hauptverdächtigen im Fall Maddie.

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Maddie McCann Fall Maddie McCann: Hat der wichtigste Zeuge gelogen? Plötzlich ändert er seine Aussage!

Der Deutsche, der unter Mordverdacht steht, beteuerte bisher seine Unschuld. Er verbüßt derzeit eine siebenjährige Haftstrafe wegen Vergewaltigung.

Ab Freitag muss er sich für andere mögliche Straftaten vor Gericht verantworten. Darunter drei Fälle schwerer Vergewaltigung und zwei Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern.

Schock-Aussage von wichtigstem Zeuge

Maddies Eltern hoffen immer noch, dass ihre vermisste Tochter noch am Leben ist.
Maddies Eltern hoffen immer noch, dass ihre vermisste Tochter noch am Leben ist.  © Soeren Stache/dpa

Ein Mann belastet ihn aber immer wieder mit schweren Vorwürfen: Helge B. (52). Ein ehemaliger Freund von Christian B., der die Ermittler erst auf die Spur des 43-Jährigen im Fall Maddie brachte. Ihm gegenüber soll der verdächtige Deutsche gestanden haben, etwas mit dem Verschwinden des dreijährigen Mädchens zu tun zu haben.

In einem Interview mit der Journalistin Jutta Rabe erzählte der 52-jährige Zeuge nun, dass Christian B. ihm während eines Musikfestivals gesagt Details zur Entführung von Madeleine McCann gesagt habe.

"Er sagte 'Sie hat nicht geschrien, Sie hat nicht geschrien', das hat B. gesagt", so Helge B. Er habe sich damals nur gefragt: "Was erzählst du mir da?", erinnert sich der 52-Jährige.

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Er behauptet, dass er seinen Verdacht zweimal der Polizei gemeldet hatte. Er hätte bereits im Jahr 2008 bei Scotland Yard ausgesagt und dann noch einmal im Jahr 2017, als sich Maddies Verschwinden zum zehnten Mal jährte.

Der Staatsanwalt im McCann-Fall, Hans Christian Wolters, sagte im Interview mit Jutta Rabe, dass er keinen Zweifel an den Aussagen von Helge B. hätte und Christian B. der Hauptverdächtige sei.

"Die Ermittlungen dauern noch an. Wir haben noch viel zu tun", so Wolters laut Yahoo News.

Titelfoto: Bildmontage: Real Madrid TV/efe/epa/dpa, Luis Forra/LUSA/epa/dpa

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