Bardame aus Thale seit zwölf Jahren vermisst: Liefern Zuschauer von "Aktenzeichen XY" neue Hinweise?
Thale/Köln - Seit mehr als zwölf Jahren fehlt von Jutta Schulz (53) jede Spur. Nun wird der rätselhafte Vermisstenfall aus dem Harz erneut aufgerollt.
In der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... Vermisst" wurde der Fall der damals 53-Jährigen am Mittwoch noch einmal ausführlich vorgestellt. Die Polizei hofft, dadurch neue Hinweise zu bekommen.
Jutta Schulz lebte in Thale im Landkreis Harz und betrieb dort einen Antiquitätenladen. Weil sie offenbar Geldsorgen hatte, bot sie in ihrem Geschäft auch erotische Massagen an.
Doch das reichte offenbar nicht aus. Deshalb arbeitete die Frau zusätzlich als Bardame in Köln. Etwa alle zwei Wochen soll sie mit dem Zug von Thale über Magdeburg in die Domstadt gefahren sein.
In Thale hatte Jutta Schulz einen wichtigen Ankerpunkt: ihre Mutter. Diese lebte in Quedlinburg in einem Altenheim und wurde von ihr besucht, wenn sie wieder für kurze Zeit im Harz war. Nach dem Tod der Mutter habe ihr dieser Halt gefehlt, berichtete ihr Lebensgefährte Klaus in der Sendung.
Besonders rätselhaft sind aus Sicht der Ermittler mehrere Tage kurz vor ihrem Verschwinden.
Am 1. April 2014 soll Jutta Schulz gerade erst aus Köln nach Thale zurückgekehrt sein. Trotzdem kaufte sie bereits eine neue Bahnfahrkarte nach Köln – allerdings erst für vier Wochen später.
Einen Tag danach schaute sie sich in Thale ein Haus an, das zum Verkauf stand. Dabei soll ihre finanzielle Lage einen solchen Kauf eigentlich nicht hergegeben haben.
Am 3. April 2014 wurde Jutta Schulz schließlich beim Einwohnermeldeamt gesehen. Dort ließ sie ihren Hauptwohnsitz auf die Adresse ihres Lebensgefährten Klaus umschreiben. Danach verliert sich ihre Spur.
Die Polizei prüft weiter zwei Möglichkeiten: Ist Jutta Schulz freiwillig untergetaucht? Oder wurde sie Opfer einer Straftat?
Wo ist der unbekannte Mann aus Düsseldorf?
Für Polizeioberkommissarin Tracy Hering von der Polizeiinspektion Magdeburg spricht vieles für ein Verbrechen. Jutta Schulz habe persönliche Dinge zurückgelassen, ihr Leben nicht geordnet beendet und sei seitdem für niemanden mehr erreichbar gewesen.
Ein wichtiger Punkt bleibt auch die Suche nach einem Mann aus dem Raum Köln oder Düsseldorf. Sein Vorname könnte "Knut" oder "Kurt" gewesen sein. Die Polizei vermutet, dass Jutta Schulz zu ihm eine Freundschaft oder Liebesbeziehung hatte.
Der Mann gilt nach bisherigem Stand nicht automatisch als Täter. Für die Ermittler könnte er aber ein wichtiger Zeuge sein. Möglicherweise wusste er Dinge über Jutta Schulz, die bis heute nicht bekannt sind.
Die Polizei bittet ihn deshalb, sich zu melden. Auch weitere Zeugen, die Jutta Schulz nach Anfang April 2014 gesehen haben oder etwas über ihre Kontakte in Köln wissen, sollen sich an die Ermittler wenden.
Bislang gingen nach Angaben der Polizei nur wenige Hinweise ein. Durch den Beitrag bei "Aktenzeichen XY... Vermisst" hoffen die Ermittler nun auf neue Spuren in dem seit Jahren ungelösten Fall.
Habt Ihr die Vermisste gesehen oder wisst etwas über ihr Verschwinden? Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich unter der Rufnummer 0391/5461422 bei der Polizei in Magdeburg oder jeder anderen Dienststelle zu melden.
Titelfoto: Bildmontage: Polizeiinspektion Magdeburg

