Vermisste Frau soll Opfer eines Gewaltverbrechens geworden sein: Polizei nimmt Ehemann fest
Noer - Im Fall der vermissten Frau (44) aus Noer (Schleswig-Holstein) hat die Polizei am Dienstag den Ehemann (50) festgenommen.
Der 50-Jährige ließ sich laut einer gemeinsamen Mitteilung der Staatsanwaltschaft und Polizeidirektion Kiel gegen 8.30 Uhr in Büdelsdorf widerstandslos festnehmen.
Er soll noch am Dienstagnachmittag einem Haftrichter vorgeführt werden.
Der Ehemann der vermissten 44-jährigen Frau stand seit Beginn der Ermittlungen unter Tatverdacht. Dieser erhärtete sich nach Auswertung von Datenträgern und langwierigen kriminaltechnischen Untersuchungen.
"Die ermittelten Indizien genügten in einer Gesamtschau, einen dringenden Tatverdacht wegen Totschlags gegen den Mann zu bejahen", heißt es in der Mitteilung.
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ das Amtsgericht daher einen Haftbefehl, der nun vollstreckt wurde.
Die Frau wurde zuletzt am 21. März gesichert gesehen. Die Ermittler vermuten, dass sie in der Nacht auf den 22. März einem Gewaltverbrechen zum Opfer fiel. Der Ehemann hatte seine Frau als vermisst gemeldet.
Der Fall war Teil der Sendung "Aktenzeichen XY"
Während der Vernehmung des 50-Jährigen erhärtete sich der Verdacht, dass eine Straftat mit dem Verschwinden zusammenhängen könnte.
Die Polizei suchte Ende März mit einem Großaufgebot an Tauchern, Spürhunden, Drohnen und einem Hubschrauber im Windebyer Noor nach der Vermissten.
Auch die Suche in den Bereichen Kochendorf und Gammelby verlief erfolglos. Die Kieler Staatsanwaltschaft lobte eine Belohnung in Höhe von 3000 Euro für Hinweise aus, die zur Verurteilung des Täters führen.
Anfang April folgte eine weitere Suchaktion am Windebyer Noor, Ende Mai suchten etwa 100 Einsatzkräfte am und im Westensee nach der 44-Jährigen.
Mitte April war der Fall Teil der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst". Im Anschluss an die Sendung bekam die Polizei rund ein Dutzend Hinweise.
Von der Frau fehlt allerdings weiterhin jede Spur.
Titelfoto: Montage: Florian Sprenger, Polizeidirektion Kiel

