Handelskammer schlägt wegen Brücken-Sperrung Alarm: "Können wir nicht hinnehmen"
Bonn/Köln - Die Bonner Nordbrücke über den Rhein musste am Mittwochnachmittag wegen struktureller Schäden am Tragwerk gesperrt werden. Die Handelskammer zu Köln (HWK) schlägt Alarm.
"Diese Nachricht der Vollsperrung der Bonner Nordbrücke bestätigt unsere schlimmsten Befürchtungen", betont Thomas Radermacher, Präsident der HWK, in einem Statement, das TAG24 vorliegt.
Sollte die Sperrung dauerhaft bestehen, seien die Verantwortlichen dazu angehalten, "den Neubau der Rheinquerung mit höchster Priorität voranzutreiben", so Radermacher, der eine Fertigstellung in den 2030er-Jahren "nicht hinnehmen" könne.
Laut der Handwerkskammer seien die Rheinbrücken in Köln und Bonn schließlich das "Rückgrat unserer Region", ohne die der Verkehr stillstehe und der wirtschaftliche Schaden immens sei.
Die Brücke ist Teil der A565 und gilt als die wichtigste Ost-West-Verbindung für die Region Köln/Bonn/Rhein-Sieg. Bereits seit Februar gilt hier ein Fahrverbot für Lkw mit einem Gewicht von über 7,5 Tonnen.
Autobahn GmbH will Stabilität der Bonner Nordbrücke weiter testen
Nun scheint sich die Lage allerdings weiter dramatisiert zu haben, wie aktuelle Prüfungen ergeben hatten. Daher hat sich die zuständige Autobahn GmbH dazu entschlossen, das Bauwerk komplett für den Verkehr zu sperren. "Die Sicherheit der Menschen, die täglich über diese Brücke fahren, ist nicht verhandelbar", begründete Dirk Brandenburger, technischer Geschäftsführer der Autobahn GmbH, den drastischen Schritt.
Technische Prüfungen sollen jetzt zeigen, ob und wann die Brücke wieder befahren werden kann. "Eine abschließende Bewertung kann erst nach Abschluss der Untersuchungen erfolgen. Bis dahin bleibt die Brücke gesperrt", so Brandenburger. Der geplante Neubau soll nach früheren Angaben frühestens in den 2030er-Jahren beginnen.
Titelfoto: Bildmontage: Thomas Banneyer/dpa, Mark Hermenau/Handwerkskammer zu Köln (HWK)
