Von Volker Danisch, Jonas Reihl
Köln - Die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) stehen unter Druck: Seit Jahren steigen die Unfallzahlen mit KVB-Beteiligung, allein mit Stadtbahnen wurden 2025 insgesamt 543 Crashs registriert. Nun reagiert das Unternehmen.
Viele der Unfälle gingen auf Fehlverhalten anderer Verkehrsteilnehmer wie verbotenes Linksabbiegen über Gleise zurück, betonte ein KVB-Sprecher gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
Es gebe zwar weniger Schwerverletzte, aber: "Wir beobachten, dass sich zunehmend Fahrgäste frei stehend, also ohne sich einen festen Halt zu verschaffen, in unseren Bahnen aufhalten", schilderte der Sprecher. Das bleibe häufig nicht ohne Folgen. So komme es zu Stürzen etwa in Kurven.
Auch bei Gefahrenbremsungen, um einen Verkehrsunfall zu vermeiden, komme es gelegentlich zu Stürzen und Verletzungen von Fahrgästen.
In vielen Fällen seien solche Gefahrenbremsungen erforderlich, weil andere Verkehrsteilnehmer gegen Regeln verstießen und unachtsam oder bei Rot die Gleise überquerten.
"Insgesamt beobachten wir die Unfallentwicklung mit Sorge, denn jeder Unfall bedeutet eine Beeinträchtigung der Betriebsabläufe", sagte er. Jedes Jahr würden bei Unfällen etwa 25 Bahnen so schwer beschädigt, dass sie zum Teil erst nach mehreren Wochen wieder im Betrieb eingesetzt werden könnten.
So wollen die KVB Unfallzahlen in Zukunft senken
Bei den aktuellen Stadtbahn-Modellen ließen sich die Kupplungen an der Fahrzeugfront wegklappen und verdecken.
Bei Kollisionen würden Fahrzeuge auf diese Weise meist nur noch zur Seite geschoben. "Hierdurch konnte die Zahl schwerer Verletzungen bei Fahrzeuginsassen deutlich reduziert werden."
In den kommenden sechs Jahren werde zudem etwa die Hälfte des KVB-Stadtbahn-Fuhrparks erneuert.
Alle neuen Bahnen würden mit einem Kollisionswarnsystem ausgestattet. Es werde bereits seit Anfang des Jahres in zwei Bahnen getestet. Schwere Unfälle, weil Personen verbotenerweise die Kupplung zweier Bahnen übersteigen, seien künftig bei den bestellten Langzügen nicht mehr möglich.
Die KVB habe darüber hinaus aktuell drei Fahrsimulatoren für die Stadtbahn bestellt, um das Ausbildungsniveau der Fahrschülerinnen und Fahrschüler stetig zu steigern.