Wow-Fund in Köln: Diese Römer-Schätze lagen jahrhundertelang verborgen

Köln - Sensationelle Funde im Herzen von Köln! Direkt unter dem Rathausplatz haben Archäologen echte Schätze aus der Römerzeit freigelegt.

Ein Blick in die Apsis auf dem Rathausplatz vor Beginn der Ausgrabung.  © Stadt Köln/Römisch-Germanisches Museum, Michael Wiehen

Bei den Bauarbeiten für den unterirdischen Rundgang des MiQua im archäologischen Quartier Köln kamen Überreste ans Licht, die selbst Fachleute staunen ließen: eine römische Treppe aus dem 1. Jahrhundert und ein Hausaltar aus dem 2. Jahrhundert.

Möglich wurden die Entdeckungen, weil der neue Rundgang stellenweise besonders tief liegt. Zudem hatten Erdaufschüttungen die römischen Spuren schon früh geschützt.

Ein Highlight ist das massive Fundament einer Apsis aus dem 4. Jahrhundert. Dabei handelt es sich einen besonderen Teil eines mehrschiffigen römischen Basilikabaus.

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Bis zu vier Meter dick, aus Tuff, Basalt und Kalkstein geschichtet, zeugt es von beeindruckender römischer Baukunst.

Was zuvor nur als leichte Absenkung auf dem Rathausplatz zu sehen war, ist nun auch für Besucher erstmals zugänglich. Der vollständige archäologische Rundgang ist jedoch noch im Bau.

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Nach dem Durchbruch: Das bis zu vier Meter dicke Fundament der römischen Basilika-Apsis zeigt, mit welchem Aufwand in Köln schon vor rund 1600 Jahren gebaut wurde.  © Stadt Köln/Römisch-Germanisches Museum, Michael Wiehen
Eine echte Seltenheit: Die römische Treppe des 1. Jahrhunderts führte von römischen Statthalterpalast in Richtung Rhein.  © Stadt Köln/Römisch-Germanisches Museum, Franziska Bartz

Seltene Funde: Treppe, Götteraltar und antike Malereien

Ein seltener Blick in den römischen Alltag: Dieses Lararium diente im Praetorium als Hausaltar für Opfergaben an die Schutzgötter.  © Bildmontage: Stadt Köln/Römisch-Germanisches Museum, Michael Wiehen

Besonders selten ist auch die freigelegte römische Treppe aus dem späten 1. Jahrhundert. Sie verband einen tief gelegenen Boden in Richtung Rhein mit dem höher liegenden Bereich des frühen Praetoriums, dem römischen Statthalterpalast. Wo sie endete, bleibt bislang offen.

Auch hier sorgten die damaligen Geländeverhältnisse dafür, dass frühe römische Spuren schon in der Antike mit Erde überdeckt und so bis heute geschützt werden konnten.

Für Staunen sorgt zudem ein sogenanntes Lararium, ein Hausaltar innerhalb des Praetoriums. Hier wurden den Schutzgöttern Opfer dargebracht, Girlanden aufgehängt und Speisen niedergelegt.

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Besonders spannend: Vor Ort sind sogar noch Reste von Bemalungen sichtbar. Die originale Altarplatte wurde ebenfalls bei den Ausgrabungen gefunden und soll nach der Restaurierung wieder eingesetzt werden.

Dieser Fund gilt nördlich der Alpen als einzigartig. Vergleichbare Beispiele sind etwa aus antiken Städten wie Pompeji bekannt.

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