Nach Rockerkrieg zwischen Hells Angels und Bandidos in Köln: Angeklagte vor Gericht

Köln - In Köln wird auf Mitglieder der "Hells Angels" geschossen. Die Täter sollen "Bandidos" sein. Ab Donnerstag stehen fünf von ihnen in Hagen vor Gericht. Einige sollen zur Führungsebene gehören.

Eine Lederweste der Bandidos.
Eine Lederweste der Bandidos.  © Marius Becker/dpa

Nach zwei Attentatsversuchen in Köln müssen sich fünf mutmaßliche Mitglieder der Rockergruppierung "Bandidos" von Donnerstag (14 Uhr) an in Hagen vor Gericht verantworten. 

Die Angeklagten sollen für Schüsse auf Mitglieder des Motorradclubs "Hells Angels" verantwortlich sein. 

Dabei war ein Mann schwer verletzt worden. Die Anklage lautet unter anderem auf Mordversuch. Der Prozess findet unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen statt.

Laut Staatsanwaltschaft handelt es sich um Rocker der Bandidos. Gemeinsam mit weiteren Angeklagten sollen sie Anfang 2018 beschlossen haben, die Machtposition der "Bandidos" auszubauen. Dafür seien Waffen organisiert und konkrete Anschlagsziele vorgegeben worden.

Eines dieser Ziele war laut Anklage das Fahrzeug eines Mitglieds der "Hells Angels". 

Tatsächlich war auf dessen Auto am 8. Dezember 2018 auf der Stadtautobahn B55a in Köln das Feuer eröffnet worden. Einer der Insassen wurde von mehreren Schüssen getroffen.

Etliche Schuss-Attacken im Jahr 2018 und 2019 in Köln

Ein weiterer Attentatsversuch passierte am 4. Januar 2019. Nachdem es bereits am Nachmittag in Köln zu einer Schießerei zwischen dem Präsidenten des "Bandidos MC Köln" und einem Mitglied der "Hells Angels" gekommen sein soll, waren im Rahmen einer angeblichen Vergeltungsaktion am selben Abend 14 Schüsse auf die Tür eines Kölner Lokals abgegeben worden, das dem Vater eines Mitglieds der "Hells Angels" gehört haben soll.

So eskalierte damals der "Rocker-Krieg" in Köln. Später lösten sich die Bandidos in Köln vorerst auf.

Mit einem Urteil ist voraussichtlich erst im März 2021 zu rechnen. 

Update: Am ersten Prozesstag traten die ersten Angeklagten in Erscheinung.

Titelfoto: Marius Becker/dpa

Mehr zum Thema Köln:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0