Köln/Aleppo - Wochenlang wusste niemand, wo die vermisste Journalistin Eva Maria Michelmann (37) steckt. Nun ist klar: Die Kölnerin wurde tatsächlich in der syrischen Stadt Raqqa festgenommen und sitzt seitdem in Haft.
Das hat die syrische Regierung unter der Führung von Präsident Ahmed al-Scharaa (43) am Freitag laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) bestätigt.
Demnach sei die 37-Jährige nach Angaben von Omar Ibrahim, dem Direktor für Presseangelegenheiten im syrischen Informationsministerium, am 18. Januar während einer Militäroperation im Norden des Landes festgenommen worden.
Michelmann habe sich zu diesem Zeitpunkt gemeinsam mit dem türkischen Journalisten Ahmed Polad in einem Gebäude befunden, das den Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) zugeordnet wird. Weil sich dort einige Kämpfer verschanzt haben sollen, seien alle dort Anwesenden inklusive der beiden Ausländer in Gewahrsam genommen worden, heißt es.
Anschließend sollen die Kölnerin und Polad nach Aleppo gebracht worden sein, wo sie seitdem unter dem Kommando der inneren Sicherheit festgehalten werden.
Auswärtiges Amt steht in direktem Kontakt zu Eva Maria Michelmann
Dem Direktor für Presseangelegenheiten zufolge habe Michelmann zunächst angegeben, aus Spanien zu stammen und für die Vereinten Nationen zu arbeiten. Eine Anfrage an die UN habe jedoch ergeben, dass dies nicht der Wahrheit entspreche, woraufhin weitere Ermittlungen aufgenommen wurden.
In diesem Zuge sei schließlich festgestellt worden, dass es sich bei der Journalistin, die seit 2022 in Syrien lebt und sich dort unter anderem für Frauenrechte einsetzen soll, um eine deutsche Staatsbürgerin handelt. Die syrischen Behörden hätten daraufhin die Bundesregierung informiert und um Informationen zur Identität sowie dem Hintergrund der Festgenommenen gebeten, so Ibrahim.
Zuletzt hatte die Familie der 37-Jährigen die Politik hart attackiert und gefordert, "dass die Bundesregierung das zur Chefsache macht." Daraufhin teilte das Auswärtige Amt mit, sich intensiv für die Kölnerin einzusetzen und dafür mit verschiedenen, auch hochrangigen Stellen, in Kontakt zu stehen.
Daneben betonte die Behörde, inzwischen "direkten Zugang zu Frau Michelmann" erhalten zu haben und sie "konsularisch zu betreuen."