Anschlag auf Nagelstudio von AfD-Mitglied: "Hier müssen Spezialfirmen ran!"

Leipzig - Die Nacht von Astrid Kemnitz (53) war kurz. Gegen 4 Uhr klingelte die Polizei die Leipzigerin aus dem Schlaf. Der Grund: Auf ihr Geschäft wurde ein Anschlag verübt - wohl aus politischen Gründen.

Inhaberin Astrid Kemnitz (53) steht geschockt in ihrem Laden.
Inhaberin Astrid Kemnitz (53) steht geschockt in ihrem Laden.  © Silvio Bürger

Laut Polizeiangaben hatten mehrere unbekannte Personen gegen 1.40 Uhr das Nagel- und Fußpflegestudio in der Gohliser Coppistraße heimgesucht.

Sie beschädigten das große Schaufenster und ein kleines Glaselement an der Eingangstür, entleerten anschließend einen Feuerlöscher mit einer braunen Flüssigkeit im Ladeninneren. "Das ist Bitumen mit Buttersäure und dementsprechend geruchsintensiv", erzählt Astrid Kemnitz im Gespräch mit TAG24. "Das kann man nicht wegwischen, hier müssen Spezialfirmen ran."

Die Polizei schätzt den Sachschaden auf etwa 15.000 Euro.

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Zwar hat das Geschäft keine Kameraüberwachung, Zeugen hätten die Täter aber als eine vierköpfige Gruppe junger vermummter Männer beschrieben, die mit Kapuzenpullover bekleidet gewesen seien und während der Tatausführung gestört wurden. Sie flüchteten anschließend in westliche Richtung zur Max-Metzger-Straße/Coppiplatz.

Am Mittwochmorgen war die Kriminalpolizei vor Ort, um Spuren zu sichern. Auch die ersten Reparaturen sollen beginnen.

Sowohl eine Scheibe an der Eingangstür wurde zerstört ...
Sowohl eine Scheibe an der Eingangstür wurde zerstört ...  © Silvio Bürger
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Astrid Kemnitz kandidierte bei der Stadtratswahl für die AfD

... als auch das Schaufenster.
... als auch das Schaufenster.  © Silvio Bürger

Glücklicherweise sei der Schaden durch die Versicherung gedeckt. Dennoch werde Kemnitz ihr Nagelstudio mehrere Tage geschlossen haben und Kunden mit gebuchten Terminen vertrösten müssen. "Es muss ein Maler rein, die ganze Tapete muss abgemacht werden", sagt sie zu TAG24.

Es sei der erste Anschlag auf die 53-Jährige gewesen - "und hoffentlich auch der letzte!"

Bei der Stadtratswahl im Juni hatte Astrid Kemnitz für die AfD kandidiert und 641 Stimmen erhalten, den Einzug ins Stadtparlament aber verpasst.

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Zuvor sei sie jahrelang CDU-Anhängerin gewesen. Wegen fehlender Unterstützung für Gewerbetreibende wie in der Coronazeit habe sie sich von "ihrer" Partei entfernt und sei deshalb zur AfD gewechselt, deren Parteiprogramm ihr eher zusagte.

Titelfoto: Bildmontage: Silvio Bürger

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