Freie Fahrt in Leipzig: LVB beenden hitzebedingten Ausnahmezustand
Leipzig - Nach dem hitzebedingten Ausnahmezustand der letzten elf Tage haben die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) die schwersten Schäden im Schienennetz beseitigt. Mit der Inbetriebnahme der Linie 8 fahren ab dem morgigen Donnerstag wieder alle Straßenbahnen nach dem regulären Baustellen-Sommerfahrplan.
"30 Kilometer verunreinigtes Gleis sind gesäubert und 150 Weichen instandgesetzt worden", sagte Ulf Middelberg, Geschäftsführer der LVB. "Ein enormer Kraftakt, den rund 1500 Mitarbeiter der LVB und der Leipziger Gruppe sowie 550 freiwillige Helfer in gemeinsamer Anstrengung gestemmt haben."
Die Linien 3, 7 und 15 fahren wieder zwischen Angerbrücke und Goerdelerring. Zwischen Neuem Rathaus und Hauptfeuerwache verkehren die Kombi-Linien 12 und 14 auf dem Dittrichring. Die Linie 12 verbindet somit Gohlis-Nord mit dem Rest des Liniennetzes.
"Nach elf außergewöhnlichen Tagen gilt ab morgen wieder der Normalzustand im Sinne des bereits angekündigten und für die Sommerferien-Zeit üblichen Baustellen-Sonderfahrplans", so der LVB-Geschäftsführer weiter.
Der Sonderfahrplan gilt aufgrund der Gleiserneuerungen am Hauptbahnhof und in Gohlis noch bis zum 16. August. Die Abfahrten der Nightliner erfolgen in diesem Zeitraum zentral in der Goethestraße. Sie ist das letzte Nadelöhr innerhalb des Liniennetzes und wird aktuell noch von Fugenvergussmasse befreit.
LVB-Geschäftsführer Ulf Middelberg: "Der Hochsommer kommt erst noch"
Die Rekord-Hitzewelle hatte mit ihren Höchsttemperaturen von knapp 40 Grad am 27. und 28. Juni vielerorts die Bitumen-Fugenmasse auf Gleisanlagen schmelzen lassen. Die schwarze, kaugummiartige Masse war später wieder ausgehärtet, hatte Weichen und Fahrgestelle verklebt. Am Abend des 27. Juni hatten die LVB daraufhin den Betrieb aller Straßenbahnlinien eingestellt.
Mit Blick auf mögliche erneute Extrem-Hitze-Ereignisse haben die Verkehrsbetriebe nun nach eigenen Angaben Handlungsoptionen erarbeitet. In Abhängigkeit von der Luft- und Schienentemperatur sowie den Kontrollparametern für die Gleiskörper sollen zukünftig verschiedene Maßnahmen, wie etwa das Abstreuen der Fugen oder die Kühlung der Schienen mit Wasser, umgesetzt werden.
"Der Hochsommer kommt erst noch", so Geschäftsführer Middelberg. "Im Extremfall könnte sich das Lagebild bei Hitze wieder verschärfen. Um die Sicherheit zu gewährleisten und um Schäden zu vermeiden, bleibt das Szenario eines eingeschränkten Verkehrs weiterhin eine Option."
Für die weitere Zukunft soll ein langfristiger Hitzeplan erarbeitet werden. "Zudem ist unser Fahrpersonal noch einmal besonders sensibilisiert, auf Veränderungen im Fahrweg, speziell die Schienenlängsfugen, zu achten und umgehend der Leitstelle zu melden", sagt Toralf Müller, LVB-Geschäftsführer Technik und Betrieb.
Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa

