Leipzig - Das hatten sich die Stadt und die Parkbesucher wohl definitiv anders vorgestellt: Wer in diesen Tagen eine Runde um den im vergangenen Jahr sanierten Schwanenteich dreht, dürfte sich über die grüne, schleimige Algenschicht im sonst jedoch klaren Wasser wundern. Was läuft hier schief?
Die Leipziger Stadtverwaltung gibt Entwarnung: Bei dem grünen Teppich handelt es sich um harmlose Fadenalgen. Laut dem Amt für Stadtgrün und Gewässer lässt sich deren enorme Verbreitung schlichtweg darauf zurückführen, dass sich im Teich nach der Sanierung bislang noch kein biologisches Gleichgewicht eingestellt hat.
Die neu gesetzten Ufer- und eingebrachten Wasserpflanzen sind noch nicht richtig angewachsen und können die Nährstoffe im Wasser daher zum jetzigen Zeitpunkt kaum ausreichend verwerten.
Wenn dann noch hohe Temperaturen dazukommen, haben die Algen leichtes Spiel und breiten sich im Rekordtempo aus.
Die Stadt reagierte bereits auf die grüne Plage: So wurden die Fadenalgen bereits mehrfach vom Boot aus entfernt. In dieser Woche soll nun sogar noch ein Amphibienfahrzeug zum Einsatz kommen, welches auch die auf den Boden gesunkenen Algen entfernen kann.
Fischbesatz aktuell nicht geplant
Das langfristige Ziel sei es, ein stabiles, natürliches Ökosystem in dem Gewässer zu etablieren, heißt es seitens der Verwaltung.
Neben den Uferpflanzen, um die sich eine Fachfirma kümmert, sollen bald auch winzige tierische Bewohner für mehr Stabilität sorgen.
Am Teichboden wird auf die natürliche Ansiedlung von Insektenlarven, Schnecken oder Kleinkrebsen gesetzt, die für ein gesundes Gewässer extrem wichtig sind – auch wenn Spaziergänger sie vom Ufer aus mit bloßem Auge leider nicht entdecken können.
Fische sucht man im sanierten Teich übrigens vergeblich – die Stadt hat keine eingesetzt und plant das nach eigenen Angaben auch nicht.
Da sich Enten und andere Wasservögel in der kleinen Oase unweit des Hauptbahnhofes jedoch bereits wieder heimisch fühlen, besteht für schuppige Flossenträger trotzdem eine Chance: Vögel transportieren Fischeier nämlich oft unbemerkt im Gefieder und verbreiten sie somit auf natürlichem Wege.