Von Eric Mittmann und Susann Friedrich
Leipzig - Mit viel Musik und deutlich mehr Gästen ging am Donnerstag die diesjährige Ausgabe von "Leipzig zeigt Courage" über die Bühne. Erstmals dabei: Eine Spendenbox. Zum Glück für die Organisatoren hatten die Gäste offenbar die Spendierhosen an!
Ein couragierter Zuschauer übertrumpfte sie dabei jedoch alle: Prof. Dr. Ulrich Weferling, Professor der Leipziger HTWK im Fach Bauingenieur und Vermessungstechnik.
Wie Initiator und "Die Prinzen"-Sänger Sebastian Krumbiegel (59) am Abend dankbar verkündete, hatte der Professor sage und schreibe 1000 Euro in die Spendenbox gepackt. Und natürlich freuten sich die Organisatoren auch über die Unterstützung der anderen Gäste.
Die waren 2026 deutlich zahlreicher erschienen als in den Vorjahren. Laut Orga-Team hatten sich circa 5000 Leute vor der Bühne an der Moritzbastei, auf dem Kurt-Masur-Platz sowie im angrenzenden Schillerpark versammelt, um Bands wie "MOLA", "TEAM SCHEISSE" und den Siegern des Newcomer-Contests "Public Transport" zu lauschen.
"Ich freue mich, dass uns so viele extrem junge Leute besucht haben!", so "Prinzen"-Sänger Krumbiegel. "Alles ging trotz vielem Anstehen ruhig und friedlich ab!"
Neben den Auftritten war auch wieder der "Markt der Demokratie" vertreten mit zahlreichen Angeboten Leipziger Vereine sowie den "Omas gegen Rechts".
"Leipzig zeigt Courage" hatte im Vorfeld mit Kürzungen zu kämpfen
Für den Abend typisch gab es zahlreiche Aufrufe, sich für den Kampf gegen Rechts einzusetzen.
"Leipzig muss einfach immer wieder die Stimme erheben für Menschlichkeit, Empathie und Liebe!", forderte "MOLA"-Sängerin Isabella Streifeneder auf der Bühne.
Sebastian Krumbiegel betonte, dass Antifaschismus allzeit ein Thema sei. "Das bedeutet nicht, gewalttätig zu sein! Antifaschismus ist Menschlichkeit. Wenn ich gegen Faschismus bin, bin ich für Menschlichkeit!"
Nach 29 Jahren "Leipzig zeigt Courage", zeigte sich der Initiator jedoch auch nachdenklich. "So großartig und schön 'Leipzig zeigt Courage' immer wieder ist, wünschte ich mir, dass das Konzert gar nicht mehr nötig ist", sagte er am Abend. "Ich denke aber, dass wir uns 2027 zum großen 30-jährigen Jubiläum wieder sehen werden."
Bereits im Vorfeld der diesjährigen Ausgabe war bekannt geworden, dass "Leipzig zeigt Courage" in diesem Jahr mit Kürzungen kämpfen muss. Viele Projekte, besonders antifaschistische und Demokratie-Projekte, würden derzeit gekürzt und auf den Prüfstand gestellt, hatte Sebastian Krumbiegel geklagt. Auch Sponsoren seien abgesprungen, weshalb im Vorfeld Tausende Euro gefehlt hätten.
Bleibt zu hoffen, dass die fehlende Summe über die Spendenbox noch reinkam und es auch im nächsten Jahr - dann zum 30-Jährigen - wieder heißen kann: "Leipzig zeigt Courage"!