Nach Lindemanns "Till-Fest": Bald keine Konzerte am Leipziger Völki mehr?
Leipzig - Das "Till Fest" von Till Lindemann (63) steht in den Startlöchern, die Aufbauarbeiten laufen auf Hochtouren. Bis zwei Tage vor dem ersten der beiden Konzerte war die Anreisesituation unklar. Und Oberbürgermeister Burkhard Jung (68, SPD) hat das Festival sogar kritisiert.
"Ich bin der Meinung, dass perspektivisch dieser Standort für Konzerte jeglicher Art ungeeignet ist", sagte Jung am Mittwochabend auf der Ratsversammlung. "Wir suchen Möglichkeiten, das für die Zukunft zu sichern." Die Messestadt biete genügend andere Veranstaltungsstätten.
Im Vorfeld hatte die "Stiftung Völkerschlachtdenkmal" die Durchführung des laut Geschäftsführer Dr. Anselm Hartinger "derart polarisierenden" Festivals an Leipzigs bekanntester Sehenswürdigkeit kritisiert. "Wir haben es als verbindende Begegnungsstätte und europäisches Friedensmonument saniert und wollen es weiter profilieren."
Gegen Lindemann wurden 2023 Vorwürfe sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch erhoben, diese aber von der Staatsanwaltschaft zu den Akten gelegt.
Zudem wurde von Katrin Lehmann, die am Mittwoch in einer Bürgerfragerunde zu Wort kam, eine Petition ins Leben gerufen. Die Leipzigerin sieht im "Till Fest" eine "erhöhte Gefahr für FLINTA, Sicherheitsrisiken, Lärm, Umweltschäden und Anwohnerbelastung". (FLINTA = Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nicht-binäre, trans und agender Personen)
Sie selbst gehöre dieser vulnerablen Gruppe an, möchte "bei Großveranstaltungen an sensiblen Orten eine frühzeitige und umfassende Bürgerbeteiligung sicherzustellen". Die gab es trotz ihrer im Februar und März gegenüber der Stadt erhobenen Bedenken nicht. Die Antwort befinde sich jetzt - zwei Tage vor Festivalbeginn - auf dem Postweg zu ihr, sagte Bürgermeister Heiko Rosenthal (51, Linke).
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LVB bringen wichtige Tram-Linie vor "Till Fest" ins Rollen
Seit dem vergangenen Wochenende war unklar, ob die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) nach den großflächigen Hitzeschäden am Schienennetz die insgesamt rund 26.000 Besucher per Tram ans "Völki" bringen können. Mittwochnachmittag dann die gute Nachricht. "Die Linie 15 fährt wieder, die Fans kommen also dort hin", teilte LVB-Sprecher Marc Backhaus auf TAG24-Anfrage mit.
Mit den Konzerttickets können die Besucher am jeweiligen Tag von 14 Uhr bis 0.30 Uhr kostenlos in der MDV-Zone 110 fahren.
Rund um die Veranstaltungsstätte ist ein Halteverbot ab der Nacht zu Donnerstag eingerichtet.
In seiner Heimatstadt wird Till Lindemann mit zehn weiteren Acts auftreten. Die US-Bands Ministry und Aesthetic Perfection sind Freitag und Samstag dabei, alle anderen jeweils nur an einem der Tage.
Der Einlass beginnt 16 Uhr, die Konzerte jeweils 17 Uhr. Mit einem Ende wird gegen 22.30 Uhr gerechnet. Tickets ab 102,50 Euro und Kombi-Karten für beide Tage sind noch auf till-lindemann.com erhältlich. Zudem wird die Abendkasse für Kurzentschlossene geöffnet haben.
Titelfoto: Bildmontage: Lutz Brose ; Marijan Murat/dpa ; Jan Woitas/dpa

