Obwohl sie größten Hit kaum noch live spielen: Legendäre 80er-Jahre-Rockband überrascht Leipziger Publikum

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Von Christian Grube

Leipzig - Marillion sind immer wieder für eine Überraschung gut. Knapp drei Jahre nach ihrem letzten Gastspiel kehrte das britische Quintett nach Leipzig zurück – und TAG24 war dabei.

Steve Hogarth (70) zog das Publikum wieder in seinen Bann.
Steve Hogarth (70) zog das Publikum wieder in seinen Bann.  © Christian Grube

Etwas Besonderes liegt in der Luft. Marillion spielen im Leipziger Haus Auensee das letzte Deutschlandkonzert ihrer Tour 2026 – und zugleich den letzten Auftritt vor den beiden prestigeträchtigen Konzerten im legendären Amphitheater von Pompeji.

Kurz vor Beginn betritt ein Crewmitglied die Bühne und bittet das Publikum, während des Konzerts möglichst auf das Filmen mit dem Handy zu verzichten. Dafür erntet er spontanen Applaus.

Der Saal ist mit rund 1300 Zuschauern gut gefüllt, als Sänger Steve Hogarth (70) pünktlich um 20.30 Uhr die Bühne betritt. Wie gewohnt schlüpft der Frontmann mit großer Intensität in die Rollen seiner Songtexte, ehe nach und nach auch die übrigen Bandmitglieder dazukommen.

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Der Opener "Splintering Heart" ist auf dieser Tour gesetzt. Doch was danach folgt, gleicht jeden Abend einer Wundertüte – so auch in Leipzig. Das Publikum erlebt ein wahres Hitfeuerwerk. Vor allem sorgt ein Moment für ungläubige Blicke: Nach dem bislang unveröffentlichten Song "Ribbon and Lace" legt sich eine düstere Bassfläche über den Saal. Sie werden doch nicht … doch!

Als Gitarrist Steve Rothery (66) die markanten ersten Töne spielt, ist klar: Marillion spielen ihren größten Hit "Kayleigh".

Gitarrist Steve Rothery (66) brachte den Saal zum Kochen, als er die ersten Töne von "Kayleigh" spielte.
Gitarrist Steve Rothery (66) brachte den Saal zum Kochen, als er die ersten Töne von "Kayleigh" spielte.  © Christian Grube
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Marillion spielt Hit nach Hit

Steve Hogarth (70) war wie gewohnt leidenschaftlich dabei.
Steve Hogarth (70) war wie gewohnt leidenschaftlich dabei.  © Christian Grube

Immer wieder heißt es, die Band würde sich heute diesem Song verweigern oder ihn gar verschmähen. Tatsächlich setzen Marillion ihn inzwischen sehr sparsam ein. Steve Hogarth erklärte in der Vergangenheit mehrfach, dass die Band nicht als reine 80er-Jahre-Hitband wahrgenommen werden wolle.

Die Bitte des Roadies vom Konzertbeginn scheint in diesem Moment allerdings vergessen – überall schnellen die Handys in die Höhe. 

Danach geht es Schlag auf Schlag weiter. Ein derartiges Best-of-Set ist bei Marillion nur selten zu erleben und meist den eigenen Fan-Conventions vorbehalten. Entsprechend begeistert zeigt sich das Leipziger Publikum. Dazu trägt auch der hervorragend abgestimmte Sound im Haus Auensee bei.

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Was bleibt? Ein herausragendes Konzert voller Überraschungen. Während die vergangenen Tourneen häufig auf das jeweils aktuelle Album fokussiert waren und nur vereinzelt ältere Songs einstreuten, präsentierten Marillion in Leipzig eine außergewöhnlich abwechslungsreiche Reise durch mehr als 45 Jahre Bandgeschichte.

Rund 1300 Fans besuchten das Konzert.
Rund 1300 Fans besuchten das Konzert.  © Christian Grube

Steve Hogarth überzeugt stimmlich auf ganzer Linie, Steve Rothery liefert einmal mehr eine Gitarrenarbeit von beeindruckender Eleganz und Präzision.

Die Generalprobe für die beiden Konzerte im legendären Amphitheater von Pompeji ist damit mehr als gelungen. Dort, wo einst Pink Floyd, David Gilmour und Elton John unvergessliche Konzerte spielten, wollen nun auch Marillion ein weiteres Kapitel Musikgeschichte schreiben. Wer die Briten für berechenbar hält, wurde in Leipzig jedenfalls eines Besseren belehrt.

Titelfoto: Bildmontage: Christian Grube

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