Leipzig - Mit seiner Bühnen-Tour "Reiner Calmund: Ein runder Abend mit Fußball & Freunden" reist der titelgebende Sportfunktionär, der viele Jahre lang Hauptverantwortlicher der Fußballabteilung von Bayer Leverkusen war, momentan durch Deutschland. Am Dienstagabend hat er im Haus Leipzig haltgemacht und einen großen Überraschungsgast mitgebracht.
Red-Bull-Chef Oliver Mintzlaff (50) war bei der zweistündigen Veranstaltung (inklusive viertelstündiger Halbzeitpause) geladen, bevor er sich mit Jürgen Klopp (58) auf den Weg Richtung Dubai machte, wie er sagte.
Moderiert wurde der Abend von Guido Schäfer (61), der wie immer nicht müde wurde, Sticheleien zu verteilen und über sein Leben zu sprechen.
Eigentlich alles angerichtet für einen unterhaltsamen Fußball-Talk im vollgepackten Haus Leipzig - halt je nachdem, welche Erwartungshaltung man an den Abend hatte.
Beworben wird die Bühnen-Tour nämlich mit folgenden Worten: "Mit seiner unverwechselbaren Art nimmt 'Calli' sein Publikum mit auf eine unterhaltsame Reise durch die Welt des Fußballs und darüber hinaus. Es entsteht ein einzigartiger Mix aus Humor, Insiderwissen und persönlichen Geschichten, der sowohl Fußballfans als auch alle anderen Zuschauer begeistert. Reiner Calmund begeistert mit Charme, Witz und viel Herz - und macht diesen Abend zu einem besonderen Erlebnis."
Klingt schon sehr danach, als würde der 77-Jährige den Abend fest im Griff haben und neben seinen Anekdoten seine Gäste hin und wieder zu Wort kommen lassen. So war es aber nicht.
Eine Frage der Erwartungshaltung
Im Grunde genommen sprach Calmund maximal 15 Prozent des Abends selbst, dabei nur ganz wenig über seine Erlebnisse.
Der Hauptteil des Abends drehte sich ganz klar um Red Bull und RB Leipzig. Mintzlaff erzählte ausschweifend von den Anfängen des Klubs, über die Verpflichtung von Jürgen Klopp, die Zusammenarbeit mit Ralf Rangnick (67) und was man dadurch für Leipzig und Umgebung alles getan hätte.
Immer begleitet von lobenden Worten von Calmund immerhin, der unter anderem die emotionale Verabschiedung von Kevin Kampl (35) in der Red Bull Arena ganz toll fand.
Wer sich genau so einen Abend gewünscht hat, wurde in den zwei Stunden wirklich gut bedient.
Alle anderen, gerade die, die mit RB nichts anfangen können, dürften hingegen ziemlich ernüchtert gewesen sein. In der letzten Viertelstunde wurden sporadisch Zuschauerfragen zugelassen, die sich dann unter anderem tatsächlich auch mal um Bayer Leverkusen drehten, allerdings dann auch nur minimal beantwortet wurden.
Kurz vor 22 Uhr endete dann das Programm abrupt, damit Mintzlaff rechtzeitig seinen Flieger erwischen konnte.