Shanty-Rock mit Haltung: Santiano rocken Leipzig und warnen vor "orangefarbenem Pavian"

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Von Christian Grube

Leipzig - Da braute sich am Mittwochabend etwas zusammen: Santiano waren zu Gast in Leipzigs Quarterback Immobilien Arena – und TAG24 war dabei.

Leinen los, volle Fahrt, Santiano! Die Shanty-Rocker waren am Mittwoch zu Gast in der Quarterback Immobilien Arena in Leipzig.
Leinen los, volle Fahrt, Santiano! Die Shanty-Rocker waren am Mittwoch zu Gast in der Quarterback Immobilien Arena in Leipzig.  © Christian Grube

Leinen los, volle Fahrt: Santiano. Anders lässt sich das Konzert der schleswig-holsteinischen Shanty-Rock-Band kaum beschreiben.

Kaum hebt sich der Vorhang, hält es das Publikum in den vorderen Reihen nicht mehr auf den Sitzen.

Es ist beeindruckend, welche Karriere die Musiker in den vergangenen 13 Jahren hingelegt haben. Sie haben einen Musikstil salonfähig gemacht, der ursprünglich eher der norddeutschen Folklore zuzuordnen ist.

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Jedes Album erreichte Platz eins der Charts, dazu kommen mehr als eine Milliarde Streaming-Abrufe und mehr als fünf Millionen verkaufte Tonträger.

Mit ihrem bewusst unpolitisch wirkenden Seemannsmythos reisen sie durch Deutschland und füllen die Hallen mühelos. Songs wie "Gott muss ein Seemann sein", "Doggerland" oder "Mädchen von Haithabu" werden vom Publikum textsicher mitgesungen.

Ganz unpolitisch bleibt der Abend dann aber doch nicht. Sänger und Bassist Björn Both greift aktuelle Entwicklungen auf und spricht vom "orangefarbenen Pavian", der – wie andere Despoten – die Welt in Brand setzen könnte. Auch demokratiegefährdende Tendenzen in Deutschland werden thematisiert.

Die Spielfreude der Band war dabei durchgehend spürbar. Besonders Hans-Timm Hinrichsen (60, links) strotzte nur so vor Energie...
Die Spielfreude der Band war dabei durchgehend spürbar. Besonders Hans-Timm Hinrichsen (60, links) strotzte nur so vor Energie...  © Christian Grube
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"Nie wieder Krieg" liefert eine deutlich nachdenklichere Note

Und verstand es, das Publikum zu unterhalten.
Und verstand es, das Publikum zu unterhalten.  © Christian Grube

Das Leipziger Publikum zeigt sich zustimmend – eine Reaktion, die man in der Arena schon anders erlebt hat.

Passend dazu stimmen Santiano Songs wie "Da braut sich was zusammen" und "Nie wieder Krieg" an, die dem Abend eine deutlich nachdenklichere Note verleihen.

Die Spielfreude der Band ist dabei durchgehend spürbar. Besonders Hans-Timm Hinrichsen (60) versteht es, das Publikum immer wieder zum Mitmachen zu animieren und die Energie im Saal hochzuhalten.  

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Aber auch die anderen Musiker bekommen ihren Raum. So darf sich Geiger Pete Sage (76) beispielsweise mit irischer Folklore präsentieren.

Nach gut zwei Stunden endet die nordische Party. Zurück bleibt ein Publikum, das gleichermaßen erschöpft wie begeistert den Heimweg antritt. 

Aber auch die anderen Musiker bekamen ihren Raum. So durfte sich Geiger Pete Sage (76, links) beispielsweise mit irischer Folklore präsentieren.
Aber auch die anderen Musiker bekamen ihren Raum. So durfte sich Geiger Pete Sage (76, links) beispielsweise mit irischer Folklore präsentieren.  © Christian Grube
Hin und wieder gab es auch nachdenklichere Momente, beispielsweise bei den Songs "Da braut sich was zusammen" und "Nie wieder Krieg".
Hin und wieder gab es auch nachdenklichere Momente, beispielsweise bei den Songs "Da braut sich was zusammen" und "Nie wieder Krieg".  © Christian Grube
Dabei bewiesen Santiano, dass man auch im unpolitischen Shanty-Rock Haltung zeigen kann.
Dabei bewiesen Santiano, dass man auch im unpolitischen Shanty-Rock Haltung zeigen kann.  © Christian Grube

Santiano liefern nicht nur eine routinierte und mitreißende Live-Show, sondern beweisen auch, dass zwischen Seemannsliedern und Folk-Rock durchaus Platz für klare Botschaften ist. 

Titelfoto: Christian Grube

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