Slaughter to Prevail in Leipzig: Umstrittene Band gibt Anime-Tipps auf der Bühne!?
Leipzig - Sie zählen zu den Durchstartern des extremen Metal, bringen Konzerthallen weltweit mit ihren brachialen Bühnenshows zum Beben. Am Samstag nahmen sich die Russen von "Slaughter to Prevail" nun das Leipziger Haus Auensee vor. Dabei überzeugten sie nicht nur mit jeder Menge Bühnenpräsenz, sondern überraschten auch noch mit einem Tipp für den nächsten Serien-Marathon.
Die Empfehlung sprach Sänger Alex Terrible aka Aleksandr Shikolai (32) kurz vor Ende des Sets aus. Nach einem Moment großer Worte, in denen der Frontmann seinen Fans erklärte, man könne die Welt nur zum Besseren verändern, indem man erst an sich selbst arbeite, fragte er plötzlich, wer schon einmal den Anime "Berserk" gesehen habe.
"Wenn ihr ihn noch nicht gesehen habt, kann ich ihn definitiv empfehlen!", so der Barde weiter.
"Berserk" handelt von dem jungen Söldner Guts, der in einer düsteren mittelalterlichen Welt von seinem besten Freund Griffith verraten wird, auf Rache sinnt und sich anschließend nicht nur gegen böse Herrscher, sondern auch finstere Dämonen behaupten muss.
Ob der furchtbare Alex in seinem Denken von dem blutigen Anime beeinflusst wurde? Immerhin macht auch Hauptfigur Guts darin so einige Veränderungen durch und die beiden sehen sich durchaus ähnlich.
Den Song "Behelit", den "Slaughter to Prevail" der Serie widmeten, gab es denn auch zum Abschluss des Sets. Darüber hinaus konnten sich die Zuschauer im vollen Haus Auensee natürlich auch über Hits wie "Baba Yaga", "Russian Grizzly in America" und "Viking" freuen.
Das steckt hinter der Kritik an "Slaughter to Prevail"
Die Show der Russen war auch in Leipzig betont brachial und ließ kaum eine Atempause. Immer wieder schossen Feuer-Fontänen zu bleischweren Riffs und Drumparts in die Höhe. Sänger Alex forderte die Menge ein ums andere Mal zu Circle Pits, Wall of Deaths und Mosh Pits auf.
Während "Slaughter to Prevail" in den vergangenen Jahren zahlreiche Erfolge feierten, sorgte der Frontmann für einige Kontroversen, die inzwischen auch über die Metalszene hinausgehen.
So tauchten bereits in frühen Jahren Bilder auf, die den Sänger unter anderem in Kleidung der rechten Marke Thor Steinar zeigen. Darüber hinaus trug er bis vor einigen Jahren eine schwarze Sonne als Tattoo auf der Haut, ein Symbol, das ebenfalls aus der rechten Szene stammt. Für beides hat sich der Musiker bereits entschuldigt und erklärt, er habe die Verbindungen nicht gekannt. Das Tattoo ließ er sogar überstechen.
Vor allem aber die Position des Sängers zum russischen Angriffskrieg sorgen immer wieder für Diskussionen. Zwar hatten "Slaughter to Prevail" Putins Krieg gegen die Ukraine bereits 2022 kritisiert, woraufhin sie aus Angst vor Konsequenzen sogar in die USA emigrierten. In Interviews aus den letzten Jahren soll Shikolai gleichzeitig immer wieder seine Verbundenheit mit seinem Heimatland betont haben.
Als der Musiker bei einem Moskau-Besuch 2025 gar festgenommen und wegen seiner Kritik vor Gericht gestellt wurde, soll er behauptet haben, inzwischen Russland-Soldaten an der Front zu unterstützen. Ob an diesen Äußerungen tatsächlich etwas dran ist oder der Sänger sie nur machte, um die russischen Behörden zu besänftigen, konnte laut der Internetseite "Time for Metal" bislang nicht unabhängig geklärt werden.
Titelfoto: Montage: Christina Gaudlitz/Black Label Pictures

