Leipziger Amokfahrt: Stadt will Grimmaische Straße sicherer machen

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Leipzig - Auch zwei Tage nach der mutmaßlichen Amokfahrt durch die Innenstadt in Leipzig herrscht große Bestürzung.

Ein Großaufgebot der Polizei war auch am Dienstag noch in der Leipziger Innenstadt vor Ort.
Ein Großaufgebot der Polizei war auch am Dienstag noch in der Leipziger Innenstadt vor Ort.  © EHL Media

Der 33-jährige Deutsche Jeffrey K. war am Montag gegen 16.45 Uhr am Augustusplatz mit seinem Wagen in die Grimmaische Straße eingebogen und mit hoher Geschwindigkeit durch eine Menschenmenge gefahren.

Zwei Personen wurden dabei so schwer verletzt, dass sie noch vor Ort beziehungsweise kurze Zeit später verstarben. Laut Polizeiangaben handelt es sich dabei um eine 63-jährige Frau und einen 77-jährigen Mann.

Sechs weitere Menschen im Alter zwischen 21 und 87 Jahren wurden verletzt, 80 weitere mussten psychologisch betreut werden.

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Leipzig So riss der Leipziger Amokfahrer (33) Unschuldige brutal in den Tod!

Der Tatverdächtige konnte unmittelbar nach der grausamen Tat festgenommen und am Dienstag in ein psychiatrisches Krankenhaus eingeliefert werden. Gegen den Familienvater wird jetzt wegen Mordes in zwei Fällen sowie versuchten Mordes in vier Fällen ermittelt.

Alle weiteren Entwicklungen lest Ihr hier im TAG24-Liveticker.

6. Mai, 10.44 Uhr: Leipziger Bevölkerung trauert weiterhin öffentlich

Die Anteilnahme und Trauer unter den Leipzigerinnen und Leipzigern ist weiterhin riesig.

Nicht nur an der offiziellen Gedenkstelle auf dem Augustusplatz, sondern darüber hinaus an mehreren Stellen - unter anderem auf Pollern und einem Hydranten - in der Innenstadt werden Blumen, Kerzen und Botschaften hinterlassen, um den Opfern und Angehörigen zu gedenken.

An mehreren Stellen in der Innenstadt wurden Blumen und Kerzen verteilt.
An mehreren Stellen in der Innenstadt wurden Blumen und Kerzen verteilt.  © Christian Grube
Auch an der Einfahrt zur Grimmaischen Straße wird öffentlich gemeinsam getrauert.
Auch an der Einfahrt zur Grimmaischen Straße wird öffentlich gemeinsam getrauert.  © Christian Grube

6. Mai, 7.21 Uhr: Einkaufsstraße soll gesichert werden

Nach Abschluss der Tatortarbeit der Ermittlungsbehörden ist die Grimmaische Straße wieder für Besucherinnen und Besucher zugänglich.

Die Stadt hat angekündigt, sie dauerhaft gegen das Befahren mit Fahrzeugen sichern zu wollen. Diese Maßnahme soll voraussichtlich noch am heutigen Mittwoch umgesetzt werden. 

5. Mai, 21.17 Uhr: Gedenkandacht in der Nikolaikirche

Am frühen Dienstagabend fand in Leipzig eine Gedenkandacht in der Nikolaikirche statt. Unter anderem Oberbürgermeister Burkhard Jung (68, SPD) richtete einige Worte an die Anwesenden.

Ein ausführlicher Bericht dazu findet sich hier.

Jung zusammen mit Sachsens Innenminister Armin Schuster (64, CDU, l.), Ministerpräsident Michael Kretschmer (50, CDU, 2.v.l.) sowie Ehefrau Ayleena Jung.
Jung zusammen mit Sachsens Innenminister Armin Schuster (64, CDU, l.), Ministerpräsident Michael Kretschmer (50, CDU, 2.v.l.) sowie Ehefrau Ayleena Jung.  © EHL Media

5. Mai, 20.47 Uhr: Boxverein des Beschuldigten äußert sich öffentlich

Der 33-jährige Amokfahrer war nach bisherigem Kenntnisstand Mitglied des Leipziger Vereins "Boxring Atlas". Auf Instagram hat hat sich der Sportverein nun öffentlich zu den Ereignissen vom Montag geäußert.

In der Mitteilung heißt es: "Unsere Gedanken und unser tiefes Mitgefühl gelten den Opfern, ihren Angehörigen und allen Betroffenen dieser schrecklichen Gewalttat. Der Verein verurteilt Gewalt in jeglicher Form aufs Schärfste. Die Tat steht in keinerlei Zusammenhang mit der Vereinstätigkeit, unseren Werten oder unserem Vereinsleben. Dem Verein lagen keine Hinweise auf eine Radikalisierung oder Gewaltbereitschaft vor. Wir stehen den ermittelnden Behörden uneingeschränkt zur Verfügung und unterstützen die Aufklärung, soweit es in unserem Verantwortungsbereich liegt. Aus Respekt gegenüber den Opfern und laufenden Ermittlungen werden wir uns vorerst nicht weiter äußern."

5. Mai, 18.07 Uhr: Beschuldigter wird in psychiatrischem Krankenhaus untergebracht

Der Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Leipzig hat am Dienstag die einstweilige Unterbringung des 33-jährigen Mannes aus Leipzig in ein psychiatrisches Krankenhaus angeordnet. Dies geschah auf Antrag der Staatsanwaltschaft Leipzig wegen des dringenden Tatverdachts des Mordes in zwei Fällen sowie des versuchten Mordes in vier Fällen.

Das teilte die Leipziger Polizei am Dienstagabend mit. "Der gerichtliche Unterbringungsbefehl geht im Ergebnis einer Gesamtschau der Tatumstände davon aus, dass der Beschuldigte mit seinem Fahrzeug in Tötungsabsicht handelnd möglichst viele Menschen töten und schwer verletzen wollte und mit seiner Tat die Mordmerkmale der Heimtücke und der niedrigen Beweggründe erfüllt hat", heißt es in der Pressemeldung weiter. Er habe die Tat aber "im Zustand der zumindest erheblich verminderten Schuldfähigkeit begangen", heißt es.

Der Beschuldigte wurde nach Erlass des Unterbringungsbefehls direkt in ein psychiatrisches Krankenhaus verbracht.

Der Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Leipzig hat am Dienstag die einstweilige Unterbringung des 33-jährigen Mannes aus Leipzig in ein psychiatrisches Krankenhaus angeordnet.
Der Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Leipzig hat am Dienstag die einstweilige Unterbringung des 33-jährigen Mannes aus Leipzig in ein psychiatrisches Krankenhaus angeordnet.  © EHL Media

5. Mai, 16.15 Uhr: Kretschmer besucht Gedenkort

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (50, CDU) hat am Dienstagnachmittag den Gedenkort am Paulinum der Universität Leipzig besucht. Um 17 Uhr wird er auch an der Gedenkandacht in der Nikolaikirche teilnehmen.

Kretschmer warnte nach der Amokfahrt in Leipzig vor falschen Erwartungen an absoluter Sicherheit. "Es gibt keinen hundertprozentigen Schutz." Der Vorfall sei "ein furchtbarer" gewesen. "Wir können uns vor vielen Dingen schützen." Polizei und Kommunen täten bereits viel. Doch eine absolute Sicherheit werde es nicht geben. "Es hätte jede andere Stelle sein können. Das ist eben auch eine bittere Erkenntnis."

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (50, CDU) hat am Dienstagnachmittag den Gedenkort am Paulinum der Universität Leipzig besucht.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (50, CDU) hat am Dienstagnachmittag den Gedenkort am Paulinum der Universität Leipzig besucht.  © EHL Media

5. Mai, 15.55 Uhr: Grimmaische Straße wieder offen, Geschäfte nur teilweise

Am Dienstagnachmittag wurde die Grimmaische Straße wieder für Passanten freigegeben. Die Fußgängerzone kann demnach wieder betreten werden.

Die meisten Geschäfte entlang der Straße blieben laut dpa jedoch zunächst geschlossen. Filialen großer Ketten wie Cafés, Drogerien und Bekleidungsläden öffneten am Dienstag nicht.

Die ersten Passanten gehen durch die wieder freigegebene Grimmaische Strasse.
Die ersten Passanten gehen durch die wieder freigegebene Grimmaische Strasse.  © Jan Woitas/dpa

5. Mai, 14.22 Uhr: Staatskanzlei ordnet Trauerbeflaggung an

Sachsens Staatsregierung hat im Gedenken an die Opfer der Amokfahrt die Trauerbeflaggung an öffentlichen Gebäuden angeordnet.

Die Flaggen sollen demnach an allen sächsischen Behörden und Dienststellen auf halbmast hängen.

5. Mai, 13.42 Uhr: Mehr als 1000 Menschen nehmen an Uni-Andacht teil

Knapp 700 Menschen haben in der Universitätskirche St. Pauli den Opfern der Amokfahrt gedacht, Hunderte weitere standen vor den geöffneten Toren und lauschten von den Fluren.

Die "martialische Tat", nur einen Steinwurf von der Uni entfernt, "raubt uns die Leichtigkeit des Daseins", sagte der Uni-Prediger Andreas Schöne. "Es hätte ein guter Tag werden können, dann dieser Riss." Die Rektorin Eva Inés Obergfell richtete dankende Worte vor allem an die Ersthelferinnen und Ersthelfer, die "getröstet, beigestanden und andere versorgt haben".

Die Universitätskirche St. Pauli war während der Andacht bis auf den letzten Platz belegt.
Die Universitätskirche St. Pauli war während der Andacht bis auf den letzten Platz belegt.  © Jan Woitas/dpa

5. Mai, 13.35 Uhr: Laut OB Jung "niemand mehr in Lebensgefahr"

Am Rande der Gedenkveranstaltung im Paulinum teilte Oberbürgermeister Jung mit, dass sich keine der am Montag schwer verletzten Personen mehr in Lebensgefahr befinde: "Wir müssen jetzt nicht befürchten, dass es weitere Todesopfer gibt."

Auch ein "sehr schwer verletzter" Mann aus Spanien sei inzwischen in Sicherheit. "Ich hoffe, dass ich ihn besuchen kann in den nächsten Tagen", so der SPD-Politiker.

Titelfoto: Jan Woitas/dpa

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