Schkeuditz - Die Tigerattacke nahe Leipzig vor einigen Wochen hat offenbar Konsequenzen: Seit Mittwochmorgen läuft bei der sogenannten "Tiger-Queen" Carmen Zander (52) in Nordsachsen ein größerer Polizeieinsatz.
Die Maßnahme im Schkeuditzer Ortsteil Dölzig laufe seit ungefähr 7 Uhr, berichtete Sebastian Stöber, Sprecher des Landratsamts Nordsachsen, auf Anfrage von TAG24.
Details zu den genauen Hintergründen und Abläufen am Mittwochmorgen konnte er noch nicht nennen, aber es gehe darum, "das Wohl der Tiere zu verbessern", sagte er.
Zahlreiche Beamte der Polizei und Mitarbeiter des Veterinäramts sind vor Ort. Der Einsatz sei in den letzten Zügen, sagte Stöber auf Nachfrage am Mittag.
Wie TAG24 vom Ort des Geschehens erfuhr und auch auf Fotos zu sehen ist, wurden die Tiere in Transportboxen verladen. Demnach sei geplant, dass die Tiger nach Spanien gebracht werden. Details wie diese konnte der Sprecher am Vormittag noch nicht bestätigen, verwies auf die weiteren Ermittlungen.
Tiger-Halterin Carmen Zander erfüllte wohl Auflagen nicht
Die Halterin der Raubkatzen hatte vom Landratsamt Auflagen bekommen, denen zufolge sie die Bedingungen für ihre Tiere verbessern sollte. Gegen diese soll sich Zander gewehrt haben, ließ die Frist offenbar verstreichen.
Schon seit Jahren gibt es Kritik an Carmen Zander und ihrer privaten Haltung der Raubkatzen, die nun erst recht wieder laut wurde.
Mitte Mai hatte ein Tiger der früheren Zirkus-Dompteurin Carmen Zander einen 72 Jahre alten Helfer auf dem Gelände angegriffen. Das Tier wurde wenig später von der Polizei in der Nähe einer Gartenanlage erschossen.
Erstmeldung von 9.42 Uhr, aktualisiert um 13.30 Uhr