Heizkosten-Ärger in Leipzig: Deshalb fühlen sich Vonovia-Mieter abgezockt
Leipzig - Immer wieder sorgen die Heizkostenabrechnungen des Immobilien-Unternehmens Vonovia in und um Leipzig für Ärger bei den Mieterinnen und Mietern. Die Linke will die Betroffenen unterstützen.
Im Rahmen einer von der Partei organisierten Mieterversammlung im Stadtteil Sellerhausen kamen 25 Mieter und Mieterinnen aus 14 Vonovia-Wohnhäusern zusammen. Der Heizkostencheck hatte ergeben, dass die Abrechnungen in mehr als der Hälfte der geprüften Fälle fehlerhaft waren und Rückerstattungen von jeweils 15 Prozent angefordert werden können.
Die Linke wirft Vonovia vor, bei den Betriebskosten "systematisch unsauber" zu arbeiten, indem sie auf den Einbau der eigentlich gesetzlich vorgeschriebenen Wärmemengenzähler verzichten. Stattdessen werde dann "nicht verbrauchsabhängig" abgerechnet.
Und Sellerhausen ist kein Einzelfall: Auch in den Stadtteilen Lößnig, Lindenau und Reudnitz wurden deshalb bereits Sammelwidersprüche gegen Vonovia ins Leben gerufen.
"Ich hab mitgemacht, weil sich was ändern soll", so eine Stimme von der Versammlung in Sellerhausen. "Die Mieter von Vonovia sollten sich nicht abgezockt fühlen."
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Abrechnungs-Ärger in Leipzig: Das sagt Vonovia zu den Vorwürfen
Doch was sagt eigentlich das Unternehmen Vonovia zu den Vorwürfen der unzufriedenen Mieterinnen und Mieter? TAG24 hat nachgefragt.
Pressesprecher Matthias Wulff widersprach der Darstellung der sich häufenden Beschwerden bezüglich fehlerhafter Abrechnungen. "Wir haben in Leipzig sehr wenige Anfragen unserer Mieter und Mieterinnen zu dem Thema", sagte er TAG24.
Die "rechtlichen Regeln" würden bei der Erstellung der Nebenkostenabrechnungen sehr wohl eingehalten werden, so Wulff weiter. Fehle es in Gebäuden tatsächlich an einem eingebauten Wärmemengenzähler, stehe den Mieterinnen und Mietern selbstverständlich ein Kürzungsrecht von 15 Prozent zu.
Der Haken an der Sache: Dem Großteil der Bürgerinnen und Bürger dürfte dieses Kürzungsrecht gar nicht bewusst sein - will man dieses wahrnehmen, muss man nämlich proaktiv auf Vonovia zugehen. Stattdessen werden die hohen Nebenkostenabrechnungen eben meistens einfach akzeptiert.
"Der fehlende Wärmemengenzähler zeigt exemplarisch, wie Vonovia davon profitiert, dass viele Menschen ihre Rechte nicht kennen", so der Vorwurf der Linken.
Gegenüber TAG24 erklärte der Sprecher, dass das Unternehmen aktuell daran arbeite, die noch nicht mit Wärmemengenzählern ausgestatteten Gebäude mit solchen auszurüsten.
Titelfoto: Montage Die Linke Leipzig ; 123RF

