Leipziger Buchmesse wird feierlich eröffnet: Protest-Demo gegen Weimer angekündigt
Von Birgit Zimmermann
Leipzig - Mit einem Festakt im Gewandhaus wird am Mittwochabend (Beginn: 19 Uhr) die Leipziger Buchmesse 2026 feierlich eröffnet.
Dabei wird der kroatisch-bosnische Schriftsteller Miljenko Jergović (59) mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert.
Vor Beginn des Festaktes soll es vor dem Gewandhaus eine Protest-Demonstration geben. Sie richtet sich unter dem Motto "Gegen Zensur und Autoritarismus" gegen Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (61, parteilos). Er war zuletzt mehrfach in die Kritik geraten.
Zuerst ließ Weimer drei linke Buchläden wegen "verfassungsschutzrelevanter Erkenntnisse" von der Nominierungsliste für den Deutschen Buchhandlungspreis streichen. Dann sagte er die auf der Messe geplante Verleihung komplett ab.
Schließlich wurde bekannt, dass er sich gegen einen lange geplanten Erweiterungsbau der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig entschieden hat.
Weimer wird beim Eröffnungsfestakt eine Rede halten. Einen am Donnerstagnachmittag geplanten Rundgang auf der Buchmesse sagte er wegen einer Bundestagsdebatte in Berlin ab. Später am Abend will er jedoch in der Nationalbibliothek an einer Podiumsdiskussion zur Meinungsfreiheit teilnehmen.
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Ein ungewöhnliches Event im Rahmen der Buchmesse beginnt ebenfalls schon am Mittwochabend: Ab 18 Uhr soll in einem 18-stündigen Lesemarathon der Roman "Unterleuten" von Juli Zeh (51) nonstop vorgelesen werden. Die Autorin macht den Anfang, danach wechseln sich Dutzende Vorlesende im Viertelstundentakt bis zum nächsten Vormittag um 11 Uhr ab.
Titelfoto: Bildmontage: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa, Carsten Koall/dpa
