Leipzig - Spätestens nach dem tödlichen Unfall am Wilhelm-Leuschner-Platz vor knapp zwei Jahren, bei dem eine Radfahrerin (†33) ums Leben kam, sollte jedem in Leipzig klar sein, dass die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer an erster Stelle stehen muss. Die Stadt markiert für bessere Sichtbarkeit daher weitere Radfahrstreifen rot.
Dafür ist eine Fachfirma seit Anfang der Woche in der Südvorstadt und in Schönefeld-Ost unterwegs, um vor allem die Fahrradweichen farblich hervorzuheben.
Die Arbeiten werden an folgenden Stellen ausgeführt:
- an der westlichen Zufahrt der Kreuzung Wundtstraße/Karl-Tauchnitz-Straße
- an der südlichen Zufahrt Karl-Liebknecht-Straße/Richard-Lehmann-Straße
- die südliche und westliche Zufahrt an der Kreuzung Braunstraße/Stöhrerstraße
Hier finden sich dieselben Gegebenheiten wie am Wilhelm-Leuschner-Platz, denn die Fahrradspur verläuft für Autos, Lastwagen und Co. zwischen der Geradeausspur und der Rechtsabbiegespur, wobei ein Teil dieser Spur von den rechtsabbiegenden Verkehrsteilnehmern überquert werden kann.
"Mit der Rotmarkierung soll die Aufmerksamkeit stärker auf Radfahrerinnen und Radfahrer in diesem Bereich gelenkt werden", heißt es vonseiten der Stadt Leipzig.
An den genannten Stellen laufen die Vorbereitungen. Andere Straßen, wie beispielsweise der Peterssteinweg, wurden am Dienstag bereits eingefärbt. Hier handelt es sich zwar nicht um eine Weiche, sondern um eine normale Fahrradspur. Das Unfallpotenzial ist dennoch hoch, wenn Radfahrer in stadtauswärtige Richtung unterwegs sind.
Weitere Markierungsarbeiten in diesem Jahr
Komplette Straßensperrungen soll es nicht geben, die Arbeiten werden während des laufenden Verkehrs ausgeführt und sollen noch in dieser Woche abgeschlossen werden.
Auch sollen in den kommenden Monaten weitere Markierungsarbeiten an folgenden fünf Kreuzungen im Stadtgebiet stattfinden:
- Adenauerallee/Rohrteichstraße
- Eisenbahnstraße/Rosa-Luxemburg-Straße
- Essener Straße/Maximilianallee
- Mockauer Post
- Merseburger Straße/Schomburgkstraße
Alle Maßnahmen zusammen kosten die Stadt rund 70.000 Euro.
Anfang Juli 2024 war es am Wilhelm-Leuschner-Platz zu dem verheerenden Unfall gekommen, bei dem die 33-jährige Charlotte auf ihrem Fahrrad von einem rechtsabbiegenden Lkw erfasst und getötet worden war.
Nur rund eine Woche später nahm man die Markierungsarbeiten direkt an der Unfallstelle in Angriff, im vergangenen Jahr folgte unter anderem die Fahrradweiche in der Straße Am Hallischen Tor in der Innenstadt.