Protest gegen Kürzungen an Uni Leipzig: Demo und Streik für bessere Arbeitsbedingungen

Leipzig - Aus Protest gegen geplante Kürzungen in Forschung und Lehre an der Uni Leipzig ruft ein von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi initiiertes Bündnis am nächsten Mittwoch zum Hochschulaktionstag auf. Vor dem Hintergrund der bisher ohne Ergebnis verlaufenden bundesweiten Tarifverhandlungen für Angestellte des öffentlichen Dienstes wächst derweil der Unmut der Beschäftigten.

Im Juli vergangenen Jahres kündigte die Universität Leipzig an, rund 16 Millionen Euro einsparen zu müssen. Hintergrund sind demnach sinkende Zuwendungen des Freistaats. (Archivfoto)
Im Juli vergangenen Jahres kündigte die Universität Leipzig an, rund 16 Millionen Euro einsparen zu müssen. Hintergrund sind demnach sinkende Zuwendungen des Freistaats. (Archivfoto)  © Hendrik Schmidt/dpa

Unter dem Motto "Gegen Kürzungen an der Universität Leipzig" soll daher eine Demonstration am 28. Januar ab 10 Uhr vom Kurt-Masur-Platz über den Campus vorbei am Rektorat der Hochschule ziehen.

Beschäftigte, Studierende und Lehrende wollen damit ein Zeichen gegen die Kürzungen setzen, die ihrer Meinung nach die Qualität von Lehre und Forschung sowie die Arbeitsbedingungen insgesamt in der Wissenschaft massiv gefährden.

Darüber hinaus ruft Verdi alle Beschäftigten der Leipziger Hochschulen im Rahmen der Tarifrunde der Länder erneut zum Warnstreik auf.

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Die seit Dezember geführten bundesweiten Verhandlungen verliefen bisher ergebnislos. Die Arbeitnehmervertreter fordern unter anderem sieben Prozent mehr Lohn, mindestens aber ein Plus von 300 Euro.

"Ich streike als studentisch Beschäftigter, weil unsere Arbeit unentbehrlich ist und wir endlich einen eigenen Tarifvertrag verdienen", sagte Claas Vey, studentische Hilfskraft an der Uni Leipzig. "Außerdem möchte ich mich solidarisch zeigen mit allen Beschäftigten, die von den rigorosen Sparmaßnahmen der Unileitung betroffen sind."

Über die Hälfte aller Stellen an der Uni Leipzig ist befristet

In gleich mehreren Fakultäten seien laut der Gewerkschaft Verdi nun bis zu 20 Stellen nicht verlängert worden. (Symbolfoto)
In gleich mehreren Fakultäten seien laut der Gewerkschaft Verdi nun bis zu 20 Stellen nicht verlängert worden. (Symbolfoto)  © Michael Bahlo/dpa

An der Universität Leipzig sind nach Angaben der Gewerkschaft mehr als die Hälfte aller Stellen befristet.

In gleich mehreren Fakultäten seien nun gar bis zu 20 Stellen nicht verlängert und damit faktisch gestrichen worden.

Die Verdi-Betriebsgruppe plant, in den kommenden Monaten einen detaillierten Bericht diesbezüglich zu veröffentlichen. Hierzu soll Sachsens Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU, 47) eingeladen werden. Bislang hat sich Gemkow öffentlich nicht zu den Kürzungen geäußert.

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"Wer Alumn[us] dieser Universität ist und als Oberbürgermeisterkandidat in Leipzig angetreten ist, sollte sich als zuständiger Wissenschaftsminister zu den massiven Kürzungen an der größten Universität Sachsens nicht wegducken", kritisiert Verdi-Gewerkschaftssekretär Max Leurle.

Titelfoto: Bildmontage/Hendrik Schmidt/dpa/Michael Bahlo/dpa

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