Tierdrama in Leipzig: Fledermaus baumelt an Angelschnur hilflos am Baum!

Von Anke Brod

Leipzig – Unglaubliches Tierleid am Ostersonntag in Leipzig: Im Stadtteil Meusdorf hing eine Fledermaus über einem Anglerteich an einer Nylonschnur vom Baum herab. Panisch zappelte sie dabei um ihr Leben. Beherzte Tierfreunde griffen in letzter Sekunde ein!

Mithilfe mehrerer Teleskopstangen versuchten Helfer den Abendsegler zu bergen.
Mithilfe mehrerer Teleskopstangen versuchten Helfer den Abendsegler zu bergen.

Wie Carola B. (47), ehrenamtliche Pflegerin für Fledermäuse, Eichhörnchen und Co, gegenüber TAG24 berichtete, wurde sie am Ostersonntag um 12.45 Uhr notfallmäßig zu einem kleinen Angelgewässer am Barclayweg gerufen.

Als sie dort gegen 13 Uhr eintraf, habe sie das in Todesangst schreiende Tier in gut acht Metern Höhe an einem Zweig über dem Wasser baumeln sehen.

Eine Gruppe besorgter Menschen, darunter zwei Kids, ein Angler, eine junge Familie sowie Anwohner, standen demnach unter dem Baum und überlegten, wie sie die Fledermaus aus ihrer misslichen Lage befreien könnten. Die Angelschnur hatte sich schon im Geäst verheddert.

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"Und der zugehörige Haken steckte irgendwo in der Fledermaus", berichtete Carola weiter.

Feuerwehr half gefangener Fledermaus nicht

In der Flughaut der Fledermaus hatte sich ein Drillings-Haken verfangen.
In der Flughaut der Fledermaus hatte sich ein Drillings-Haken verfangen.  © privat

Demzufolge hatte jene Gruppe bereits gegen 11.45 Uhr den Notruf der Leipziger Feuerwehr gewählt. Diese traf demnach zwar mit drei Kräften vor Ort ein, habe nach Lageerkundung wohl allerdings behauptet, nichts tun zu können, so der Verlauf.

"Auch ich rief daraufhin die Rettungsleitstelle an", schilderte Carola. Doch habe man am anderen Ende der Leitung abgewiegelt. "Ich betonte noch, dass wir hier von streng geschützten Tieren sprechen", berichtete sie von ihrem letztlich ebenso vergeblichen Versuch, die Feuerwehr erneut zum Ort des Geschehens zu ordern.

Schon eine hohe Leiter am Baum hätte die Rettung erleichtern können, fasste Carola die herbe Absage traurig zusammen.

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Unter den gewillten Laien-Helfern in Meusdorf war indes ein Angler. Der baute in der Not etliche Teleskopstangen zusammen. "An dieser Konstruktion wurde ein Messer befestigt, um die Schnur zu kappen", schilderte Carola. Eine zweite Stabsverlängerung hatte am Ende einen Kescher, um damit die Fledermaus aufzufangen.

Fledermaus in lebensgefährliche Falle geraten

Die freiwilligen Helfern entfernten den Haken.
Die freiwilligen Helfern entfernten den Haken.  © privat

Anglermüll ist große Gefahr für Wildtiere

Gegenüber ihren Rettern zeigte sich die kleine Fledermaus-Dame sehr freundlich und dankbar.
Gegenüber ihren Rettern zeigte sich die kleine Fledermaus-Dame sehr freundlich und dankbar.  © privat

Tatsächlich plumpste die Fledermaus dann in ihn hinein, verhedderte sich dabei allerdings im Maschengeflecht. Auch die Nylonschnur ließ sich nicht gleich kappen! Es folgten bange Minuten.

"Zwischendurch glaubte niemand mehr daran, das Tier halbwegs gesund bergen können", sagte Carola. Nach kräftezehrenden Minuten zogen die Versammelten einfach die ganze Behelfskonstruktion nach unten. Dabei durchtrennte das Messer glücklicherweise gleich noch die verhängnisvolle Schnur!

Und so wurde die Fledermaus gerettet! Zum Vorschein kam ein großer Abendsegler mit einem Drillings-Haken in der Flughaut.

Auf ihrer Pflegestelle entfernte Carola behutsam den rostigen Haken aus dem Flügel. Dabei sei das Tier unglaublich lieb gewesen. "Die Fledermaus schien zu merken, dass ich ihr helfen wollte und ließ alles zu", schließt Carola. Nach Genesung will sie die schöne Abendseglerdame auswildern.

"Ein Riesendank gilt den tollen Menschen, die ihren Ostersonntag geopfert haben, um der Fledermaus zu helfen!", betont sie an dieser Stelle im Nachgang.

Achtlos zurück gelassene Angelschnüre und Haken werden demnach jährlich leider vielen Tieren - vor allem Vögeln – oftmals zum tödlichen Verhängnis!

Titelfoto: Bildmontage: privat

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