Tierschützer machen Angebot an Leipziger Tiger-Queen: "Könnten sofort die acht Tiere aufnehmen"

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Dölzig/Leipzig - Seit dem Tiger-Ausbruch und -Angriff in Dölzig steht die "Tiger-Queen" Carmen Zander (52) weiter in der Kritik. Es wird immer noch ermittelt, wie es dazu kommen konnte und auch der zukünftige Verbleib der acht Großkatzen ist noch unklar. Die Tierschutzorganisation "AAP" bietet ihre Hilfe an.

Die Anlage in Spanien liegt in der Nähe von Alicante und ist 20 Hektar groß.
Die Anlage in Spanien liegt in der Nähe von Alicante und ist 20 Hektar groß.  © PR/Animal Advocacy and Protection

"Wir könnten jetzt sofort die acht Tiger bei uns aufnehmen, komplett kostenfrei", sagte Patrick Müller, politischer Referent für Deutschland und Pressesprecher von "AAP" in der MDR-Sendung "Fakt ist!".

"Unser Angebot steht immer noch", erklärte er am Montag auf TAG24-Anfrage.

Die Organisation betreibt aktuell zwei Rettungsstationen für exotische Säugetiere. Eine befindet sich in Almere in den Niederlanden und richtet sich an Primaten und kleine Säugetiere. Die zweite ist in Villena in Spanien und spezialisiert auf Großkatzen. Dorthin würde man auch die Tiger aus Dölzig bringen.

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"Die Station in Spanien ist insgesamt 20 Hektar groß, davon sind 6 Hektar bebaut. Ein Gehege ist je nach Tierart zwischen 500 bis 5000 m² groß", sagte Patrick Müller. Die Tiere werden zum Beispiel aus Zirkussen und privater Haltung dort aufgefangen und sollen später an Partnerorganisationen wie ausgezeichnete Zoos oder Sanctuaries weitervermittelt werden.

Zum Konzept gehört, dass die Tiere "möglichst naturgemäß leben können". Sie werden nicht angefasst, der Kontakt mit Menschen minimiert, Tiere wie Primaten werden in Gruppen integriert und Besucherinnen und Besucher sind im normalen Betrieb nicht zugelassen, sondern nur bei gelegentlichen Führungen.

Die Tierschutzorganisation hat Erfahrungen mit Tigern und selbst schon welche aufgenommen.
Die Tierschutzorganisation hat Erfahrungen mit Tigern und selbst schon welche aufgenommen.  © PR/Animal Advocacy and Protection
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Bei "AAP" arbeiten circa 100 festangestellte Mitarbeiter und circa 200 freiwillige Helfer. Die meisten kümmern sich ausschließlich um die Tiere und ihr Wohlergehen.
Bei "AAP" arbeiten circa 100 festangestellte Mitarbeiter und circa 200 freiwillige Helfer. Die meisten kümmern sich ausschließlich um die Tiere und ihr Wohlergehen.  © PR/Animal Advocacy and Protection

Würde es den Tieren in Spanien gut gehen?

Patrick Müller ist politischer Referent für Deutschland und Pressesprecher von "AAP".
Patrick Müller ist politischer Referent für Deutschland und Pressesprecher von "AAP".  © PR/Animal Advocacy and Protection

Carmen Zander stellte schon in der MDR-Sendung klar: "Für mich kommt das nicht infrage". Sie will nicht von ihren Tigern getrennt werden. "In Spanien schon mal gar nicht, weil Tiger und Hitze - das bekommt denen nicht und der Staub schon erst recht nicht", fuhr sie fort.

"Der sibirische Tiger lebt in seiner natürlichen Heimat zwar in Regionen mit extremen Wintern, erlebt dort aber auch heiße Sommer mit Temperaturen über 30 °C. Er ist eine Tierart mit einer bemerkenswerten Anpassungsfähigkeit an saisonale Klimaschwankungen", erklärte Patrick Müller auf TAG24-Anfrage.

Er verwies darauf, dass der Temperaturunterschied zwischen Leipzig und Villena im Jahresdurchschnitt nur bei 5 Grad liegt. Außerdem hänge das Wohlergehen eines Tigers nicht vom Klima, sondern der Qualität der Anlage ab. Das könne "AAP" in Spanien bieten.

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"AAP" und Patrick Müller würden sich wünschen, dass sie prinzipiell gar keine Tiere halten müssten, da es in Europa allerdings zahlreiche "leidende exotische Wildtiere" gibt, arbeitet man mit führenden Experten und Veterinärmedizinern zusammen, um ihnen zu helfen.

Zander will ihre Tiger unbedingt behalten. Laut dem zuständigen Landratsamt Nordsachsen erfülle sie aber momentan die Vorgaben des Säugetiergutachtens nicht. Dass ihr Tiere weggenommen werden, ist eine mögliche Option.

Titelfoto: Bildmontage: PR/Animal Advocacy and Protection

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